ZONGULDAK Zeitreise, Höhlen und Tradition

Patria
AutorPatria
17:19
Podijeli:
ZONGULDAK Zeitreise, Höhlen und Tradition

Von Amina Čorbo-Zećo

Als ich in der Provinz Zonguldak in Nordtürken ankam, erwartete ich nicht, am selben Tag eine tausendjährige Geschichte zu erleben und Baklava zu probieren, die ich mein Leben lang in Erinnerung behalten werde (als ob wir Bosnier nicht wüssten, was Baklava ist, aber so etwas habe ich noch nie probiert).

Meine Reise begann in der antiken Stadt Tium, auch bekannt als Tios oder Filyos, einer antiken Kolonie der griechischen Stadt Milet aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Die Stadt wechselte im Laufe der Jahrhunderte den Besitzer – vom hellenistischen Königreich Bithynien über die römische Provinz bis zur byzantinischen Periode – und jede historische Schicht hinterließ ihre Spuren in ihren Mauern.





Ein Spaziergang zwischen den erhaltenen Denkmälern von Tium ist eine wahre Zeitreise. Der Hafen, das römische Theater und die byzantinische Kirche erzählen die Geschichte einer Stadt, die jahrhundertelang ein wichtiges Handels- und Kulturzentrum am Schwarzen Meer war. Während ich Stein für Stein betrachtete, spürte ich, dass die Vergangenheit hier nicht nur auf Bildern existiert – sie ist lebendig in der Luft, im Rauschen des Meeres und in der Stille der Ruinen.



Archäologische Ausgrabungen enthüllen immer noch Tios – Tieion, eine Stadt, die bis ins 12. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht und als würde sie darauf warten, ihre Geheimnisse der Welt zu offenbaren.

Östlich des Burgbergs haben Archäologen Fragmente der Vergangenheit entdeckt: Marmorsäulen und Postamente, Steinsarkophage, Ziegelgräber und eingemeißelte Inschriften – diese stillen Zeugen der Jahrhunderte erzählen Geschichten von Menschen, Bräuchen und ihrem Leben. Ein Spaziergang durch diese Stätte ist nicht nur ein Spaziergang durch eine Stadt, sondern durch die Zeit, durch Epochen, die diesen Winkel des Schwarzen Meeres geprägt haben.

Im Sommer nächsten Jahres werden diese wichtigen Entdeckungen allen Besuchern zugänglich gemacht.







Nach dem historischen Abenteuer rief mich die Natur in die Gökgöl-Höhle. Mit 3.350 Metern Länge, etwa 870 Metern ausgebautem Weg und beeindruckender Beleuchtung fasziniert die Höhle mit ihren Stalaktiten, Stalagmiten und verborgenen Wasserwegen.





Als ich durch dieses unterirdische Labyrinth wanderte, fühlte ich mich wie ein Entdecker, der eine geheime Welt entdeckt hat – ein Ort, an dem die Natur über Millionen von Jahren Kunst formt. Jeder Schritt hallte in der Stille wider, und das Wasser in den Becken schuf eine mystische Atmosphäre, die mich völlig gefangen nahm.

Aber der wahre gastronomische Schock erwartete mich in Devrek, einer kleinen, malerischen Stadt, umgeben von grünen Wäldern und sanften Hügeln. Dort erwartete mich – weiße Baklava. Auf den ersten Blick schien sie roh zu sein, aber ihr Geheimnis liegt in Geduld und Präzision, 55 Teigschichten, fünf Stunden Backen bei offener Ofentür und das geschickte Verbinden von heißem Teig mit heißem Zuckersirup. Jeder Bissen war eine Explosion von Texturen und Aromen – anders als jede Baklava, die ich je probiert hatte. Die Frau des Bürgermeisters enthüllte mir auch andere lokale Delikatessen und handgefertigte Körperdüfte, die die Erinnerung an Devrek lange, lange wachhalten...





Devrek ist neben kulinarischen Wundern auch für seine Tradition bekannt – das „Internationale Festival der Devrek-Stöcke“. Die mit Liebe und Präzision gefertigten Holzstöcke sind ein Symbol für Adel und kulturelle Identität dieser Region. Beim Spaziergang durch die Stadt konnte ich mir vorstellen, dass diese Stöcke nicht nur praktische Gegenstände sind, sondern auch Schmuck, Teil der Geschichte der Menschen und ihres Platzes in der Welt.







Der Besuch von Zonguldak, Tium und Devrek war eine perfekte Mischung aus Geschichte, Naturwundern und lokalen Aromen. Jeder Moment trug eine Geschichte in sich – von antiken Häfen über glitzernde Höhlenstalaktiten bis hin zu süßer, weißer Baklava. Dies ist eine Reise, die für immer in Erinnerung bleibt, ein Ort, an dem Zeit und Kultur eins werden.

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