Von Schmidts Nichts(igkeit) zu Nichts!

Patria
AutorPatria
14:56
Podijeli:
Von Schmidts Nichts(igkeit) zu Nichts!

Schreibt: Muharem Cero

Genau so. Im Dualismus gegenseitiger Ausschließlichkeit, von Nichtigkeit und Nichts, vollzieht sich ein schmerzhafter Prozess der Entstehung oder des Untergangs der bosnischen Staatlichkeit, bereits seit fast 30 Jahren mit wechselnder Intensität, genauer gesagt seit dem Tag der Unterzeichnung des Friedensabkommens.

Die Veränderlichkeit der Intensität kann die Kontinuität der Veränderlichkeit des Kontextes im weiteren und engeren Umfeld der bestimmten bosnischen Staatlichkeit begleiten. Nicht weniger bedeutsam und von größerer Wichtigkeit als die Veränderlichkeit der heimischen politischen Szene ist der Einfluss der Veränderlichkeit der Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina, der Reihe nach von Bildt, Ashdown, Lajčák bis zum aktuellen Schmidt. Andere habe ich nicht vergessen, aber aus gutem Grund nur die Genannten erkannt.

Der aktuelle Kontext, sowohl global als auch regional, möchte die durch Dayton garantierten verfassungsrechtlichen Prärogative der bosnischen Staatlichkeit über die Lösung des Status des Staatsvermögens in eine neue Prüfung stürzen.

Ein Narrativ, das einer solchen Behauptung angepasst ist, lässt sich in dem bereits unverhohlenen Ausdruck „wir anerkennen die Integrität Bosnien und Herzegowinas“ (und der stets präsente Zusatz) „aber auch die Integrität der Entität Republika Srpska“ erkennen. Genau dieses Narrativ und seine Akzeptanz bei den zuvor aufgezählten wichtigen bosnischen Akteuren sowie die unbeholfene Gewöhnung der heimischen politischen Verfassungshüter ist das Maß, das die Matrix der Auflösung sinnvoll und impulsgebend ermutigt, beschleunigt und vorsätzlich oder fahrlässig macht.

Das strategische Ziel, jetzt in die „serbische Welt“ umgewandelt, ist reich an politischem Nebel und Staub, und nur wenige kennen und erkennen den Sinn dieses Nebels und Staubes. Dieses Mal tarnt eine Fülle von Nebel und Lärm dies mit „Widerstand“ gegen die Verabschiedung der Resolution zum Völkermord in Srebrenica.

Mit demselben Sinn sollte man nach der mächtigen „Waffe“ in diesem gesamten „Stabs-Kriegs“-Projekt graben, und das sind die reichhaltigen bosnischen Ressourcen.

Der Verzicht auf die institutionelle Souveränität des Staates Bosnien und Herzegowina und deren stillschweigende Reduzierung auf die Ebene von substaatlichen Arrangements, seien es Kantone oder die bosnischen Entitäten, wäre der eroberte Raum für die Vollendung des gewünschten Ziels.

Und während Nebel und Staub aus der New Yorker Ferne leidenschaftlich die heimischen und regionalen Medien besetzen, folglich die Gespenster des Leidens-Traumas heraufbeschwören, zeigt sich das bosnische Abbild aus den frühen Neunzigern, nicht zufällig projiziert und wünschenswert durch die „Stabs-Kriegsbeute“ umrahmt.

Irgendwie am Rande werden gleichzeitig Ressourcen zu begehrter Marktware, aber auch zu einem starken Argument für die Gewinnung von Verbündeten für das projizierte Ziel; das Maß der Verbündetenschaft wird zum Maß von Milliarden möglicher und so naheliegender Profite auf und unter der bosnischen Erde.

Die Partnerschaft wird stillschweigend hergestellt, und die Modalitäten derselben sind noch unbekannt. Im Spiel sind öffentlich-private Partnerschaften mit einem Auslandselement oder traditionelle Konzessionen. Das Anziehen und Nachlassen bei der Annahme der Modalitäten sollte nur von einem erreichten Ziel begleitet werden, und das ist die territoriale Verteilung des Staatsvermögens von Bosnien und Herzegowina, was nichts anderes ist als eine im Gehen erreichte Änderung des verfassungsrechtlichen Charakters von Bosnien und Herzegowina durch dessen Reduzierung auf eine Union von Staaten oder, unter Berücksichtigung der verdeckten Agenda des Dritten, eine konföderale Gemeinschaft ethno-territorialer Einheiten.

All dies wäre kein abgeschlossener Prozess, sondern eine viel kürzere Route für einen Neuanfang, und dieser wäre als das realisierte, erreichte Ziel des territorialen Hegemonismus der Nachbarn und Komšije zu lesen.

Kein anderer als genau der, wie er in den Neunzigern vereinbart wurde.

Seltsam sind die Bewegungen des aktuellen Hohen Repräsentanten, es ist nicht bekannt, wie oft er sich mit Vučić getroffen hat, immer in Belgrad, am Rande viel häufiger. Aber aus den spärlichen Mitteilungen ist zuverlässig bekannt, dass der Anlass für die Treffen immer und ausschließlich die Frage der Lösung des „Staatsvermögens der Republika Srpska“ war.

Immer nach solchen Treffen zeigt der Apparatschik Dodik neue „kriegerische“ Energie, so auch diesmal in Banja Luka bei einer Kundgebung, als er unkontrolliert, ihm eigen, ausspricht: „Wir haben den Versuch der Enteignung des serbischen Vermögens gestoppt, und das ist eine Bestätigung der serbischen Einheit“ (wahrscheinlich in den Kategorien der serbischen Welt denkend).

Der Ruf des Apparatschiks kündigt unheilvoll den Durchbruch der versprochenen roten Linien der Bosnier an, von der einen, der anderen, der dritten und wie vielen Seiten es auch gibt.

Komentari (0)

Prijavite se za komentiranje

Prijava

Jos nema komentara. Budite prvi!

Minuta

Sve →

Iz drugih kategorija