
(Patria) - Unterhändler des Rates der Europäischen Union und des Europäischen Parlaments haben eine Einigung über die Verordnung zur schrittweisen Einführung des Einreise-/Ausreisesystems (EES) erzielt, eines elektronischen Systems, das das endgültige Abschaffen des Stempelns von Pässen ermöglichen wird.
Diese Einigung muss nun von beiden Gesetzgebungsorganen formell bestätigt werden. Danach muss die Kommission eine gesonderte Entscheidung über den Beginn der schrittweisen Einführung des EES treffen. Die Übergangsfrist wird sechs Monate dauern.
Das EES ist ein gemeinsames elektronisches System, das Informationen über Datum, Uhrzeit und Ort der Einreise und Ausreise von Bürgern aus Nicht-EU-Ländern, die die EU-Grenzen überschreiten, erfasst und speichert, wodurch das Stempeln von Pässen endgültig abgeschafft wird.
Es wird automatisch die Aufenthaltsdauer dieser Drittstaatsangehörigen berechnen und die EU-Mitgliedstaaten über den Ablauf der erlaubten Aufenthaltsdauer informieren.
Es war geplant, dass das EES bereits im November letzten Jahres in Kraft tritt, dies wurde jedoch verschoben, da nicht alle Länder bereit für die Umsetzung waren. Daher hat die Kommission vorgeschlagen, das System schrittweise einzuführen.
In den ersten beiden Monaten könnten die Mitgliedstaaten das System ohne die Verwendung biometrischer Daten anwenden, und nach drei Monaten sollte das EES auch mit biometrischen Daten an mindestens 50 Prozent der Grenzübergänge angewendet werden.
Die vollständige Anwendung des Systems, d.h. die Erfassung aller Passagierübergänge, sollte bis zum Ende der Übergangsfrist erfolgen. Während der Übergangsfrist wird weiterhin in die Pässe gestempelt.
Das EES wird auf Personen angewendet, die für einen Kurzaufenthalt ein Visum benötigen, und auf diejenigen, die aus Nicht-EU-Ländern kommen, die von der Visumpflicht befreit sind.
Im Rahmen dieses neuen Systems werden die Grenzschutzbeamten Fingerabdrücke von Personen scannen, die die Grenze zum ersten Mal überschreiten, oder diese Personen fotografieren. Diese Informationen werden in einer digitalen Akte gespeichert, die es ermöglicht, genau zu wissen, wer mit einem ausländischen Reisepass in den Schengen-Raum einreist und wer länger als die erlaubten 90 Tage bleibt.
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