
(Patria) - Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, bewusst Terror gegen die Infrastruktur und Zivilisten in der Ukraine zu verüben.
Gemeinsam mit ukrainischen Beamten rief sie internationale Partner dazu auf, der Ukraine dringend weitere Flugabwehrsysteme zu schicken.
- Dass er auch nach dem Winter seinen Terror gegen die Infrastruktur fortsetzt, zeigt, dass der russische Präsident das Land zerstören will, dass er das Leben der Menschen zerstören will - sagte Baerbock gestern bei einem Besuch eines der größten Kraftwerke in der Ukraine.
Russland hat dieses Kraftwerk mit Raketen zerstört. Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko, der das Kraftwerk mit Baerbock besuchte, sagte, die Stromversorgung sei stark beeinträchtigt.
Die Russen hätten 11 Raketen auf das Kraftwerk abgefeuert, von denen die ukrainische Armee sechs treffen konnte. Für die übrigen habe sie keine Flugabwehrraketen mehr gehabt, erklärte er.
- Jedes Zögern und Nachdenken bei der Unterstützung der Ukraine kostet das Leben unschuldiger Menschen, bedroht aber auch unsere eigene Sicherheit - betonte Baerbock nach einem Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba in Kiew.
- Wenn Sie Russland nicht hier und jetzt stoppen, werden seine Raketen weiter fliegen - warnte Kuleba.
Baerbock traf auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der sie für ihre Unterstützung der Ukraine mit dem Verdienstorden auszeichnete.
Selenskyj überreichte ihr den Orden des Jaroslaw des Weisen dritten Grades. Der Orden ist nach dem Großfürsten Jaroslaw dem Weisen benannt, der das mittelalterliche Reich Kiewer Rus von 1019 bis 1054 regierte.
Aus Sicherheitsgründen wurde Baerbocks Besuch in der Ukraine nicht angekündigt. Sie betonte, dass die von Deutschland initiierte Initiative zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr fast eine Milliarde Euro gesammelt habe und dass hart daran gearbeitet werde, weitere Mittel zu beschaffen.
Die Ukraine befindet sich seit Monaten in der Defensive, da es im dritten Kriegsjahr an Ausrüstung, Munition und Soldaten mangelt. Charkiw, unweit der russischen Grenze, wird täglich bombardiert. Russische Bodentruppen sind auch in die weitere Region der Stadt vorgedrungen.
Baerbock musste den geplanten Besuch in Charkiw wegen der Angriffe absagen. Sie besuchte die Stadt im Januar letzten Jahres.
Unmittelbar vor ihrem Besuch betonte Selenskyj erneut die Dringlichkeit der Lieferung von Luftabwehrsystemen und westlichen Kampfflugzeugen an die Ukraine.
- Leider fehlt der freien Welt bei diesen beiden Fragen die Geschwindigkeit - sagte Selenskyj am Montagabend.
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