
(Patria) - Anlässlich der Entscheidung der Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina zur Erhöhung des Mindestlohns, die am 30.12.2024. getroffen wurde, äußerte der Rat der ausländischen Investoren in BiH ernsthafte Besorgnis über die Entscheidung der Regierung der Föderation BiH, die ohne detaillierte Analysen und Prognosen, ohne Abstimmung mit dem Unternehmenssektor, den Mindestlohn in der Föderation BiH ab dem 1. Januar 2025 erhöht.
„Solche Entscheidungen, die in letzter Minute getroffen werden, ohne die tatsächlichen wirtschaftlichen Umstände und Anpassungsmöglichkeiten zu berücksichtigen, gefährden nicht nur die Geschäftstätigkeit von Unternehmern, sondern schaden auch langfristig den Arbeitnehmern, insbesondere denen mit den geringsten Einkommen.
Vorläufige Analysen zeigen deutlich, dass diese Entscheidung die Kosten für Arbeitgeber um mehr als 600 KM pro Arbeitnehmer erhöhen wird. Am stärksten betroffen sein werden Industrien wie die Textil-, Holzverarbeitungs- und Automobilindustrie, die ohnehin am Rande der Rentabilität operieren. Die Folgen werden unweigerlich eine Reduzierung der Arbeitsplätze und Entlassungen, die Schließung von Betrieben und eine Schwächung des wirtschaftlichen Umfelds in der Föderation BiH umfassen.
Während Arbeitgeber die Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer nachdrücklich unterstützen, muss dies auf wirtschaftlich tragfähige Weise geschehen. Wie bereits mit der Regierung vereinbart, muss jede Lohnerhöhung mit einer Senkung der Beiträge einhergehen, um die Last gleichmäßig zu verteilen. Die Entscheidung in ihrer jetzigen Form belastet einseitig die Arbeitgeber und gefährdet deren Fähigkeit, Arbeitsplätze zu erhalten und weiterhin zu investieren.
Wir warnen davor, dass eine solche Maßnahme langfristig negative Folgen gerade für jene Arbeitnehmer haben wird, deren Schutz sie angeblich gewährleistet, da sie zu einem Rückgang der Beschäftigung in den empfindlichsten Sektoren führen wird“, heißt es in der Mitteilung.
Der Rat der ausländischen Investoren in BiH (Foreign Investors Council of BiH - FIC) unterstützt die Bemühungen anderer Arbeitgeberverbände, in Zusammenarbeit mit der Regierung und den Gewerkschaften dringende Maßnahmen zu ergreifen, um diese schädliche Entscheidung zu überprüfen und zu ändern. Die Folgen dieser Entscheidung sind unermesslich und erfordern eine sofortige Reaktion aller beteiligten Akteure, um sowohl die Arbeitnehmer als auch die Wirtschaft insgesamt zu schützen.
Wie in den letzten 18 Jahren wird der Rat der ausländischen Investoren in BiH weiterhin daran arbeiten, ein besseres Investitionsklima in Bosnien und Herzegowina zu schaffen und den produktiven Dialog mit den zuständigen Ministerien und Entscheidungsträgern bezüglich einiger der wichtigsten Gesetze in BiH zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zu stärken.
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