
(Patria) - Venezolaner haben am Sonntag bei einer von der Regierung von Präsident Nicolás Maduro unterstützten Volksabstimmung über ein potenziell ölreiches Gebiet abgestimmt, das Gegenstand eines langjährigen Grenzstreits mit Guyana ist, berichtete Reuters.
Die Volksabstimmung mit fünf Fragen beinhaltet eine Frage, die die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs (IGH) ablehnt, zu entscheiden, welchem Land das Gebiet um den Fluss Essequibo gehört. Einige politische und Sicherheitsexperten nannten die Volksabstimmung Maduros Machtdemonstration und einen Test der Unterstützung für seine Regierung vor den geplanten Präsidentschaftswahlen 2024.
Der Gerichtshof hatte im April erklärt, er sei zuständig, obwohl eine endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit noch Jahre dauern könnte. Venezuela hatte erklärt, dass die beiden Länder diese Frage lösen sollten.
Der Gerichtshof reagierte am Freitag auf den Antrag Guyanas, die Volksabstimmung zu stoppen, und wies Venezuela an, von Handlungen abzusehen, die den Status quo ändern würden, ohne jedoch ausdrücklich die Abstimmung zu verbieten.
Beide Länder begrüßten die Entscheidung als Unterstützung ihrer Position. Maduro ermutigte die Wähler, die Volksabstimmung zu befürworten.
„Die erste Auswirkung, die die mächtige, geeinte Stimme Venezuelas haben sollte, ist, sich mit dem Präsidenten von Guyana zusammenzusetzen und zum Genfer Abkommen zurückzukehren“, sagte Maduro nach der Abstimmung.
„Hoffen wir, dass die Menschen sprechen, laut und deutlich sprechen“, fügte er hinzu.
Es handelt sich um eine Region von 160.000 Quadratkilometern, die größtenteils aus dichtem Dschungel besteht.
Venezuela hat nach der Entdeckung von Öl und Gas vor der Küste in den letzten Jahren sein Recht auf das Gebiet wieder geltend gemacht.
Die Volksabstimmung ist „konsultativ“ und es gibt keine Mindeststimmenzahl für ihre Gültigkeit.
Die Abstimmung findet an 11.122 Wahllokalen im ganzen Land statt. Die Wahllokale sollten um
18:00 Uhr Ortszeit (22:00 GMT) schließen, aber die Behörden verlängerten die Abstimmung um zwei Stunden.
Die Abstimmung hat in Guyana Besorgnis ausgelöst, und die Regierung hat die Bürger aufgerufen, ruhig zu bleiben.
Brasilien hatte am Mittwoch erklärt, es habe seine „Verteidigungsmaßnahmen“ entlang seiner Nordgrenze angesichts des Territorialstreits der beiden Nachbarstaaten verstärkt.
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