
(Patria) - Das ukrainische Parlament hat die erste Kriegsteuer verabschiedet, um die Finanzen des Landes angesichts des seit zweieinhalb Jahren andauernden Krieges, dessen Ende nicht absehbar ist, aufzustocken.
Jaroslaw Schelesnjak von der Partei Holos sagte, dass 247 von 450 Abgeordneten der Werchowna Rada für die Steuererhöhung gestimmt hätten.
Die ukrainische Regierung hatte im Juli erstmals seit Beginn des Krieges eine Steuererhöhung vorgeschlagen, um Milliarden von Dollar für Waffen und Soldatenlöhne zu beschaffen.
Das Finanzministerium teilte mit, dass die neue Besteuerung in diesem Jahr den Haushalt um 23,2 Milliarden Hrywnja stärken und im nächsten Jahr 141,1 Milliarden einbringen werde.
Für die Ukraine bleibt ausländische Finanzhilfe entscheidend für den Staatshaushalt.
Das Ministerium betont, dass alle nichtmilitärischen Ausgaben ausschließlich von ukrainischen internationalen Partnern finanziert werden und diese Mittel nicht für militärische Zwecke verwendet werden dürfen.
Seit Beginn der russischen Invasion hat die Ukraine fast 100 Milliarden Dollar an Wirtschaftshilfe vom Westen für Gehälter im öffentlichen Sektor, Renten und andere soziale Ausgaben erhalten.
Kiew benötigt bis Ende 2024 weitere 12 Milliarden Dollar für die Verteidigung. Das Haushaltsdefizit für das nächste Jahr wird voraussichtlich 38 Milliarden Dollar betragen.
Nach dem neuen Gesetz steigt die Kriegsteuer für Privatpersonen von derzeit 1,5 % auf 5 %, die Steuern für Einzelunternehmer und Kleinunternehmen steigen, und es wird eine 50%ige Steuer auf Bankgewinne und eine 25%ige Steuer auf Gewinne von Finanzunternehmen eingeführt.
Das neue Steuersystem wird rückwirkend ab Anfang Oktober angewendet. Neben den neuen Steuern hat die Regierung die Verschuldung auf dem heimischen Markt erhöht und die Auslandsschulden umstrukturiert, wodurch in den nächsten drei Jahren 11,4 Milliarden Dollar eingespart werden sollen.
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