
(Patria) - Das Vereinigte Königreich und Frankreich haben vereinbart, weitere Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow zu bestellen und die Arbeit an einem Nachfolgesystem im Rahmen eines erneuerten Verteidigungsabkommens zu beschleunigen.
Das Abkommen verpflichtet die Parteien, die nächste Phase ihres gemeinsamen Projekts für Tiefschlag- und Schiffsabwehrraketen einzuleiten und damit der Auswahl eines endgültigen Designs für den Nachfolger der Storm Shadow näher zu kommen, berichtete Reuters.
Diese gemeinsame Entwicklungsanstrengung wird 1.300 hochqualifizierte Arbeitsplätze im gesamten Vereinigten Königreich erhalten, während die Modernisierung der bestehenden Storm-Shadow-Produktionslinien beim Hersteller MBDA mehr als 300 Arbeitsplätze unterstützen wird.
Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron haben zudem vereinbart, die nukleare Zusammenarbeit zu vertiefen. Die neu unterzeichnete Erklärung hält erstmals fest, dass ihre nuklearen Abschreckungsmittel zwar unabhängig bleiben, aber koordiniert werden können, wobei beide Nationen bereit sind, auf jede extreme Bedrohung Europas zu reagieren.
„Vom Krieg in Europa über neue nukleare Risiken bis hin zu alltäglichen Cyberangriffen – die Bedrohungen, denen wir gegenüberstehen, vervielfachen sich“, sagte Starmer. „Als enge Partner und Verbündete in der NATO haben das Vereinigte Königreich und Frankreich eine lange Geschichte der Verteidigungszusammenarbeit, und die heutigen Abkommen heben unsere Partnerschaft auf eine neue Ebene.“
Verteidigungsminister John Healey fügte hinzu, die Partnerschaft „stärkt unsere Führungsrolle in Europa, sichert die fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine und sendet ein klares Signal an unsere Gegner, dass wir gemeinsam stärker sind.“
Das erneuerte Lancaster-House-Abkommen umfasst mehrere wichtige Partnerschaften über die Raketenentwicklung hinaus. Die beiden Nationen werden gemeinsam die nächste Generation von Luft-Luft-Raketen jenseits der Sichtweite für die Kampfflugzeuge der Royal Air Force entwickeln und mit der Arbeit an fortschrittlichen Waffen beginnen, darunter Hochfrequenzwaffen und Störsender zur Bekämpfung von Bedrohungen wie Drohnen und Raketen.
Sie werden auch den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Verbesserung von Raketen- und Drohnenfähigkeiten untersuchen, indem sie Algorithmen für synchronisierte Angriffe entwickeln.
Das Abkommen schafft eine erweiterte gemeinsame Streitmacht, die auf die Verteidigung Europas ausgerichtet ist. Zum ersten Mal wird diese Gemeinsame Eingreiftruppe in der Lage sein, das Kombinierte Britisch-Französische Korps zu befehligen und dabei Weltraum- und Cyberfähigkeiten zur Abwehr neuer Bedrohungen zu integrieren.
Beide Länder bekräftigten ihre gemeinsame Führung der Koalition der Willigen, einer Gruppe von über dreißig Nationen, die im Falle einer Waffenruhe die militärische Unterstützung für die Ukraine koordinieren.
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