
Schreibt: Amina Čorbo-Zećo
Das Medienwirrwarr um die NATO-Streitkräfte in Bosnien und Herzegowina begann mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses von Bosnien und Herzegowina, Denis Zvizdić. Er behauptete, was sich später als falsch herausstellen sollte, dass die NATO ein Bataillon von Reservekräften nach Bosnien und Herzegowina entsende.
Die erste Information darüber kam aus dem Kabinett des Vorsitzenden des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Denis Bećirović. Angeblich wurde alles von dem ehemaligen Militäranalytiker, heute Berater, Alija Kožljak, in Gang gesetzt. Auch der Verteidigungsminister Zukan Helez schaltete sich ein. Es wurde Pingpong mit Informationen, Nachrichten, Anrufen gespielt – ach, helft doch, welche Armee kommt denn nach Bosnien und Herzegowina?
Die Medien in der Republika Srpska heizen die Stimmung an, und die NATO wundert sich! Schließlich griff EUFOR ein. Sie schrieben auf dem X-Profil, dass in Bosnien und Herzegowina Angehörige der Strategischen Reservekräfte (SRF) von EUFOR eingetroffen seien.
Die Medien in der Republika Srpska schweigen mal listig und klug, mal frohlocken sie mit Veröffentlichungen, die ebenfalls von Unwahrheiten und Informationen strotzen, die logischerweise ausschließlich dazu dienen, Bosnien und Herzegowina vom NATO-Weg zu entfernen.
Und der Höhepunkt der Parodie und Sinnlosigkeit dessen, was derzeit im Gange ist, sind Medienbeiträge und Texte, die zu dem Schluss kommen, dass die Bürger von Bosnien und Herzegowina keinen Grund zur Sorge hätten, dass das ausländische Militär da sei, um sie zu schützen und mögliche Konflikte zu verhindern.
Was ist das für eine Sicherheit? Die Spitze des Staates selbst weiß nicht, wer nach Bosnien und Herzegowina kommt und eine Menge Ausrüstung und Waffen mitbringt.
Ich habe mir Sorgen gemacht. Ich schaue immer wieder auf Zvizdićs Profile, erwarte eine Erklärung, eine Entschuldigung und die so notwendigen Informationen darüber, wer ihn desinformiert hat und wie der Schaden wiedergutgemacht werden soll. Aber der Schaden ist bereits entstanden.
Wir wussten, dass wir unseriös sind, aber ein solches Ausmaß an Desinformation und populistischen Geschichten ist dennoch zu viel. Deshalb haben die Bürger von Bosnien und Herzegowina durchaus Grund zur Sorge. Wer vertritt uns da? Und wie können sie ohne jede Verantwortung nicht nur die Bürger von Bosnien und Herzegowina, sondern auch die NATO selbst beunruhigen?
Und wer ist noch alles in unser Land gekommen, ohne dass die Zuständigen eine Ahnung davon haben? Deshalb sollte es uns nicht wundern, dass die schwedische Mafia in Sarajevo abrechnet, Drogenströme ungehindert fließen und die Verantwortlichen außer Desinformation keine angemessenen Strategien für den Wohlstand des Staates Bosnien und Herzegowina haben. Wir handeln ad hoc im Moment des Geschehens und ohne vorher durchdachte Schritte.
Die bosnisch-herzegowinischen Behörden sind bisher Meister im Populismus, und das Rennen um die Platzierung ‚exklusiver‘ Informationen geht weiter, sie scheuen sich nicht einmal, angesehene Medienhäuser (falls sie das sind) zu engagieren, um ihre Halbinformationen in Beiträgen zu bestätigen, die von Unwahrheiten strotzen.
Man könnte sagen, alles für eine Stimme oder einen Klick, bis es den Bürgern endlich im Kopf klickt und sie begreifen, dass das X auf dem Stimmzettel nicht leichtfertig und ohne Nachdenken über die Zukunft vergeben wird. Und es wird immer offensichtlicher, dass die Zukunft von Bosnien und Herzegowina in den Händen derer liegt, die es nicht gut meinen, einige aus Unwissenheit und Populismus, andere, weil sie den Staat, in dem sie leben, nicht mögen.
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