
(Patria) - Die Führung der österreichischen Konservativen hat den amtierenden Generalsekretär Christian Stöcker zum Interimsführer gewählt, wie österreichische Medien berichteten.
Die Entscheidung fiel auf einer dringenden Sitzung der österreichischen Regierungspartei, der Volkspartei, nachdem die Verhandlungen über eine Koalitionsregierung ohne die extreme Rechte am Vortag gescheitert waren und Bundeskanzler Karl Nehammer seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hielt heute eine außerordentliche Ansprache an die Öffentlichkeit, in der er über den Rücktritt von Bundeskanzler Karl Nehammer und die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung sprach.
Er sagte, dass Demokratie ohne Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Menschen- und Minderheitenrechte, freie und unabhängige Medien und die Mitgliedschaft in der EU nicht existieren könne.
„Wenn ich während meiner Amtszeit als Bundespräsident etwas gelernt habe, dann ist es, dass es immer neue Situationen gibt. Nehammer hat mir gesagt, dass die Übergabe ordnungsgemäß erfolgen wird. Er wird noch einige Tage Bundeskanzler bleiben, bis der Übergang abgeschlossen ist“, sagte Van der Bellen.
Er betonte, dass trotz der Unterschiede und des Rückzugs vor allem der NEOS die Hoffnung bestehe, dass es Chancen auf eine Einigung gebe.
„Ich wollte unserem Land jedoch Leerlauf ersparen. Deshalb habe ich Herbert Kickl (Chef der rechtsextremen FPÖ, Anm. d. Red.) nicht mit der Regierungsbildung beauftragt, weil Karl Nehammer und Andreas Babler (Obmann der SPÖ) nicht mit ihm verhandeln wollten. Jetzt hat sich die Situation geändert. Nehammer ist weg. Deshalb habe ich Kickl am Montag um 11 Uhr zu einem Gespräch eingeladen“, sagte der österreichische Bundespräsident.
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