
(Patria) - Der frühere österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde wegen falscher Aussagen zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, wie das Wiener Gericht gestern mitteilte.
In der Begründung des Urteils heißt es, Kurz habe vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss falsch ausgesagt, berichtet Hina.
Das Gericht teilte mit, dass die Beweise zeigten, dass Kurz mehr Einfluss auf die Ernennung des Aufsichtsrats der staatlichen Holding Öbag hatte, als er vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Ibiza-Affäre zugegeben hatte.
Kurz, der von 2017 bis 2019 und dann von 2020 bis 2021 österreichischer Bundeskanzler war, sagte 2020 dem Ausschuss, er sei über die Ereignisse informiert gewesen, habe aber nicht aktiv eingegriffen.
Im Fall der Ernennung von Kurzs ehemaligem Mitarbeiter Thomas Schmid zum Chef der Öbag wurde der ehemalige Bundeskanzler vom Richter vom Vorwurf der falschen Zeugenaussage freigesprochen.
Der 37-jährige Kurz hat stets seine Unschuld beteuert. Er zog sich Ende 2021 aus der Politik zurück und ist nun Unternehmer.
Er führte von 2017 bis 2019 die Koalition der konservativen ÖVP und der rechtsextremen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Anschließend leitete er von 2020 bis 2021 das Bündnis aus ÖVP und Grünen.
Der ehemalige Bundeskanzler sieht sich einem weiteren Prozess in der sogenannten Inseratenaffäre gegenüber, in der er und sein Team angeblich falsche Umfragen in Auftrag gegeben und mit Steuergeldern bezahlt haben sollen.
Sein Team soll in verschiedenen Medien Anzeigen geschaltet haben, in der Hoffnung, positiv darüber berichtet zu werden. Gegen zehn Verdächtige wird wegen der Straftaten Bestechung, Korruption und Veruntreuung ermittelt.
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