
(Patria) - Am Freitag, dem 17. April, findet vor dem Bezirksgericht Sarajevo eine Anhörung zur Festlegung/Verlängerung von Verbotsmaßnahmen für die Angeklagten im Fall „Umschlag“ statt.
Die Staatsanwaltschaft KS hat in der Anklageschrift vorgeschlagen, die Untersuchungshaft von Muhamed Ajanović aufzuheben und stattdessen Verbotsmaßnahmen zu verhängen, nämlich das Verbot der Ausübung des Dekanamtes an der Zahnmedizinischen Fakultät, das Verbot des Besuchs der Zahnmedizinischen Fakultät, der kantonalen Aufsichtsbehörde für Inspektionsangelegenheiten KS und des Ministeriums für Wissenschaft, Hochschulbildung und Jugend KS, ein Reiseverbot und ein Kontaktverbot mit Zeugen und Verdächtigen. Ajanovićs Untersuchungshaft wurde aufgehoben und er wurde freigelassen, und das Gericht wird über die Verbotsmaßnahmen entscheiden.
Die zuvor verhaftete Dalila Hakalović unterliegt ebenfalls Verbotsmaßnahmen, und das Gericht wird auch in ihrem Fall über die Verlängerung der Maßnahmen entscheiden. Ihr wurde das Verbot der Ausübung des Amtes der Hauptschulinspektorin der KUIP, des Besuchs des Inspektionsgebäudes, der Zahnmedizinischen Fakultät und der Kontaktaufnahme mit Zeugen und Verdächtigen untersagt.
Für die Ministerin für Arbeit und Sozialpolitik, Enda Pavić Pečenković, wurde die Maßnahme des Verbots der Ausübung des Ministeramtes in der Kantonsregierung KS und das Verbot der Kontaktaufnahme mit Zeugen und Verdächtigen vorgeschlagen.
Für Dženita Viteškić wird das Verbot der Ausübung des Amtes der stellvertretenden Ministerin für Hochschulbildung und das Verbot der Kontaktaufnahme mit Zeugen und Verdächtigen vorgeschlagen. Viteškić wurde zusammen mit der damaligen Ministerin für Hochschulbildung, Adna Mesihović, im April 2025 verhaftet und verbrachte zwei Monate in Untersuchungshaft. Im Juni wurde sie freigelassen, und ihr wurde ein Kontaktverbot mit Zeugen auferlegt.
Für die Mitglieder des Universitätsrats der Universität Sarajevo, Emina Kiseljaković und Mersiha Šabaredžović-Klačar, wurden das Verbot der Ausübung ihrer Ämter im Universitätsrat und die Kontaktaufnahme mit Zeugen und Verdächtigen vorgeschlagen.
Laut der am 6. April bestätigten Anklageschrift werden ihnen die Straftaten des Amtsmissbrauchs oder der Machtausübung, des Empfangs von Belohnungen oder anderer Vorteile für Einflussnahme und Betrug im Amt vorgeworfen.
Muhamed Ajanović wird beschuldigt, zusammen mit der Angeklagten Dalila Hakalović rechtswidrig gehandelt zu haben, um durch die Änderung des Beginndatums seines zweiten Mandats die Fortsetzung seiner Amtszeit als Dekan der Zahnmedizinischen Fakultät in Sarajevo zu ermöglichen, entgegen den Bestimmungen der Satzung der Universität Sarajevo und des Gesetzes über Hochschulbildung.
Die Staatsanwaltschaft KS wirft Ajanović, Adna Mesihović und Dženita Viteškić vor, gemeinsam die Nichtausschreibung des Wettbewerbs für die Wahl des Dekans ermöglicht zu haben, wodurch sein Mandat entgegen den gesetzlichen und statutischen Bestimmungen verlängert wurde.
Ajanović wird außerdem vorgeworfen, einer Angestellten rechtswidrig die Ausübung zweier Funktionen an der Fakultät ermöglicht zu haben, wodurch ihr ein Vermögensvorteil von 6.819,12 KM sowie die Auszahlung eines Bonus in Höhe von 25 Prozent des Grundgehalts verschafft wurde.
Außerdem wird ihm vorgeworfen, sich selbst rechtswidrig eine Vergütung für nicht genutzten Jahresurlaub ausgezahlt zu haben.
Adna Mesihović und Dženita Viteškić werden außerdem beschuldigt, drei Personen rechtswidrig im Ministerium für Wissenschaft, Hochschulbildung und Jugend KS eingestellt zu haben und die rechtswidrige Ernennung des Dekans der Wirtschaftsfakultät in Sarajevo ermöglicht zu haben.
Ibrahim Obhođaš ist wegen rechtswidriger Vermittlung bei der Wahl des Direktors des öffentlichen Instituts „Studentenwohnheim Sarajevo“ sowie bei der Ernennung eines Mitglieds der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Entwurfs des Gesetzes über den Studentenstandard KS angeklagt. Er wird auch wegen rechtswidriger Vermittlung bei der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen für ausländische Arbeitnehmer eines Sarajevoer Unternehmens angeklagt.
Enda Pavić Pečenković wird beschuldigt, die Vorschriften des Ministeriums für Arbeit, Sozialpolitik, Vertriebene und Flüchtlinge KS rechtswidrig geändert zu haben, um die Einstellung der Schwester des Angeklagten Obhođaš zu ermöglichen.
Die Staatsanwaltschaft KS wirft auch den Mitgliedern des Universitätsrats vor, Muhamed Ajanović rechtswidrig die Auszahlung von 11.476,32 KM für nicht genutzten Jahresurlaub ermöglicht zu haben.
Die Anklageschrift im Fall „Umschlag“, der als Fall hoher Korruption geführt wird, umfasst 14 Personen: Adna Mesihović, Dženita Viteškić, Ibrahim Obhođaš, Enda Pavić Pečenković, Muhamed Ajanović, Dalila Hakalović, Murat Ramadanović, Mersiha Šabaredžović Klačar, Jasminka Sijerčić, Maida Čohodar Husić, Lidija Zvačko Pehar, Dejan Milošević, Kasim Bajrović, Emina Kiseljaković.
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