
(Patria) - Die internationalen Kreditratingagenturen S&P Global Ratings und Moody’s Ratings haben das Kreditrating von Bosnien und Herzegowina mit stabilen Ausblick bestätigt und weisen auf die Widerstandsfähigkeit der heimischen Wirtschaft hin, aber auch auf wachsende fiskalische und politische Herausforderungen in der kommenden Periode.
Die Agentur S&P Global Ratings hat das Kreditrating von Bosnien und Herzegowina auf dem Niveau B+ mit stabilen Aussichten beibehalten. Laut S&P-Schätzungen wird das Haushaltsdefizit ab diesem Jahr steigen, hauptsächlich als Folge von Wahlkampf-Ausgaben. Es wird erwartet, dass das durchschnittliche Haushaltsdefizit bis 2029 etwa 2,1% des BIP betragen wird, während die Staatsverschuldung im gleichen Zeitraum auf etwa 25% des BIP steigen könnte.
Stabile Aussichten spiegeln laut Einschätzung von S&P-Analysten eine Balance zwischen solidem Wirtschaftswachstum und begrenzten externen Ungleichgewichten wider, im Gegensatz zu wachsenden fiskalischen Belastungen und begrenzter politischer Effizienz im Vorfeld der Parlamentswahlen. Der komplexe institutionelle Rahmen und politische Blockaden stellen weiterhin ein erhebliches Risiko für die Verabschiedung und Umsetzung von Wirtschaftspolitiken dar. Als wichtiger Stabilitätsfaktor wird das Währungsboard-Arrangement hervorgehoben, das einen festen Wechselkurs der Konvertiblen Mark gegenüber dem Euro vorsieht und der heimischen Wirtschaft eine wichtige politische Stütze bietet.
Im S&P-Bericht wird auch darauf hingewiesen, dass in der kommenden Periode nur begrenzte Fortschritte bei den wichtigsten Reformen im Zusammenhang mit dem Beitrittsprozess zur Europäischen Union und der Westbalkan-Wachstumsinitiative erwartet werden, insbesondere im Vorfeld der Parlamentswahlen. Gleichzeitig hat Moody’s Ratings das langfristige Kreditrating von Bosnien und Herzegowina auf dem Niveau B3 mit stabilen Aussichten bestätigt. Laut Moody’s-Einschätzung verlangsamt die begrenzte politische Zusammenarbeit innerhalb Bosnien und Herzegowinas weiterhin die Verabschiedung wichtiger Gesetze und die Umsetzung von Reformen, was sich negativ auf die Effektivität der Wirtschaftspolitiken auswirkt. Obwohl die politischen Spannungen im Vergleich zur früheren Periode nachgelassen haben, stellen sie weiterhin einen erheblichen limitierenden Faktor für die Verbesserung des Kreditprofils des Landes dar.
Moody’s schätzt, dass sich das fiskalische Ergebnis von Bosnien und Herzegowina aufgrund steigender Sozialausgaben moderat verschlechtern wird, betont aber, dass das relativ niedrige Niveau der Staatsverschuldung weiterhin ein wichtiger unterstützender Faktor für das Kreditrating ist. Es wird erwartet, dass die Gesamtverschuldung des öffentlichen Sektors im Vergleich zu Ländern mit ähnlichem Rating günstig bleibt, trotz steigender fiskalischer Belastungen.
Laut dem Moody’s-Bericht sollte das Wirtschaftswachstum von Bosnien und Herzegowina moderat und weitgehend widerstandsfähig gegenüber politischen Spannungen bleiben, obwohl strukturelle Einschränkungen und der zukünftige Einfluss des EU-Mechanismus zur Kohlenstoffbepreisung Herausforderungen für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft darstellen.
Die stabilen Aussichten beider Ratingagenturen spiegeln die Einschätzung wider, dass das bestehende politische Gleichgewicht, das Währungsboard-Arrangement und das niedrige Niveau der Staatsverschuldung es Bosnien und Herzegowina ermöglichen werden, das derzeitige Kreditrating mittelfristig beizubehalten.
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