
Reisu-l-ulema der Islamischen Gemeinschaft (IZ) in Bosnien und Herzegowina, Husein-ef. Kavazović, sprach in einem Kommentar für die Nachrichtenagentur MINA über die aktuelle öffentliche Debatte über die Möglichkeit der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Zukunft unseres Landes maßgeblich bestimmen könnte.
„Jeder Hinweis auf einen möglichen Fortschritt Bosniens und Herzegowinas auf dem Weg der euro-atlantischen Integrationen ermutigt uns, denn der Nutzen davon kann dem ganzen Land und allen Bürgern zugutekommen. Gleichzeitig kann niemand, wer auch immer er sei, in unserem Namen einem Abkommen zustimmen, das die Zukunft dieses Landes und das Wesen unserer Staatlichkeit in Frage stellt. Niemand, wer auch immer er sei, kann unseren Stimmen, unseren Willen zunichte machen oder unsere kollektive Entschlossenheit, den Staat und seine Institutionen auf die wirksamste Weise zu schützen und zu verteidigen, in Frage stellen.
Niemand, wer auch immer er sei, kann unsere Sicherheit gefährden. Niemand, wer auch immer er sei, kann in Gesprächen ignorieren, was Bosnien und Herzegowina ist: ein international anerkannter Staat, Mitglied der Vereinten Nationen, über den Entitäten stehend. Kein Abkommen darf diese Axiome verletzen. Die Bosniaken müssen Garantien dafür haben, dass ihnen kein Völkermord wiederfährt und dass sie sich in jedem Teil Bosniens und Herzegowinas frei und geschützt fühlen“, sagte der Reisu-l-ulema.
Er erläuterte, dass denjenigen, die an der Macht sind, drei Säulen anvertraut wurden, um sich darum zu kümmern: das Staatseigentum, dann der politische Wille, d. h. das gleiche aktive und passive Wahlrecht aller Bürger, und die gleichen Rechte für alle Völker und Bürger, die vom Verfassungsgericht durch die Suprematie bzw. Überordnung der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten über die Verfassung Bosniens und Herzegowinas geschützt werden.
Er wies auch darauf hin, dass Artikel II Absatz 2 der Verfassung Bosniens und Herzegowinas klar ist und vorschreibt, dass die in der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten und ihren Zusatzprotokollen vorgesehenen Rechte und Freiheiten in Bosnien und Herzegowina unmittelbar gelten.
Er betonte, dass „diese Akte Vorrang vor allen anderen Gesetzen haben und die Rolle und Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte klar sind, und die Umsetzung ihrer Worte und ihres Geistes ohne faule Kompromisse für die Revitalisierung der Essenz Bosniens und Herzegowinas und die Stärkung seiner funktionalen Staatlichkeit unerlässlich ist“.
„Niemand wage es, wer auch immer er sei, diese Prinzipien und dieses Vertrauen zu verraten. Dies sind rote Linien für alle Bürger Bosniens und Herzegowinas, die sich für seine Souveränität und territoriale Integrität einsetzen. Es gibt keinen Raum für politische Spiele, die den Willen der Mehrheit der Bürger dieses Landes untergraben würden. Es gibt keinen politischen Handel oder
politische Manöver, mit denen dies gerechtfertigt werden kann. Dies betrifft uns alle! Jeden Bürger Bosniens und Herzegowinas, insbesondere diejenigen, die Völkermord und ethnische Säuberungen erlebt haben. Niemand sollte sich in eine Dunkelheit stürzen, aus der es keine Rückkehr gibt, und niemand sollte mit der Zukunft seines Volkes und seines Landes spielen“, sagte der Reisu-l-ulema.
Er dankte „unseren Freunden aus der internationalen Gemeinschaft für ihre Unterstützung“.
„Aber in jeder Entscheidung der Position und Opposition, der Medien und der akademischen Gemeinschaft und in jedem Auftritt von uns allen muss die Entschlossenheit unserer Sorge um uns selbst und unsere Zukunft klar zum Ausdruck kommen. Jedes Gespräch und jede Vereinbarung muss von der Stärkung, nicht von der Schwächung der Staatlichkeit Bosniens und Herzegowinas ausgehen und dazu führen. Ein solches Bewusstsein muss vor allem bei uns ständig präsent sein und jedes unserer Worte und Taten leiten, Zeugnis unserer unerschütterlichen Hingabe an das Wohl und die Zukunft unseres Staates und unserer Gesellschaft ablegen. Wir können uns nicht so verhalten, als ob sich jemand mehr um diesen Staat und seine Bürger kümmert als wir selbst. Insbesondere die Bosniaken haben nicht den Luxus, die Fehler der neunziger Jahre zu wiederholen“, sandte die Botschaft Reisu-l-ulema Kavazović.
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