
(Patria) - Die Wahl des Bürgermeisters von Sarajevo ist immer ein großer politischer Kampf, und die Machenschaften und die Geschichte rund um die Wahl von Benjamina Karić, der derzeitigen Bürgermeisterin von Sarajevo, als Bogić Bogićević grob überlistet wurde, ist in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten.
Viele sind der Meinung, dass der Ausgang dieser Untersuchung, bzw. die endgültige Entscheidung des Staatsanwalts Dragoslav Gluhović, auch die Wahl des neuen Bürgermeisters bestimmen wird, da man sich nicht in diesem Maße mit Machenschaften und politischen Betrügereien befassen darf, wie es bei der Wahl von Benjamina Karić der Fall war.
Gluhović hat eine Untersuchung der Vorwürfe aus der Strafanzeige gegen Irfan Čengić, Danijela Šahat, Adi Škaljić und Vedad Deljković wegen des Wahlverfahrens von Bogić Bogićević zum Bürgermeister von Sarajevo eingeleitet.
Und gerade einer der Angezeigten, Vedad Deljković, spielt auch in diesem Jahr eine bedeutende Rolle bei der Wahl des Bürgermeisters.
Die Anzeige wurde übrigens wegen des Verdachts eingereicht, dass die Angezeigten „als organisierte Gruppe, als Team bezeichnet, nämlich als Kommission zur Durchführung der Wahl des Leitungsorgans des Stadtrats der Stadt Sarajevo, die Annullierung der ersten Abstimmung in der Sitzung des Stadtrats vom 18.03.2021 durchgeführt und gültige Stimmzettel für ungültig erklärt haben, wovon Irfan Čengić live in einer Sendung auf FACE Television Zeugnis ablegt“.
In der Anzeige heißt es weiter, dass Čengić in der Sendung sagte, die Kommission, in der sie die Mehrheit hätten, habe gültige Stimmzettel nach dem Wahlgesetz von Bosnien und Herzegowina für ungültig erklärt, aber dies getan, um die Abstimmung zu wiederholen, die sie für manipuliert hielten.
„Ja, wir haben ihnen befohlen, die gültigen Stimmzettel zu annullieren“, sagte Čengić damals.
Mit dieser Aussage, so heißt es in der Anzeige, habe Čengić eine ganze Gruppe von Menschen belastet, die an dem Betrug beteiligt waren, indem sie den Stadtrat über den Prozess der Wahl des Leitungsorgans des Stadtrats falsch informiert hätten.
Genau deshalb hat die Staatsanwaltschaft ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und hat dem Stadtrat der Stadt Sarajevo einen Antrag auf Vorlage von Dokumenten zugesandt, nämlich: die Geschäftsordnung des Stadtrats der Stadt Sarajevo, die im Zeitraum 2020-2021 galt, das Protokoll der Stadtratssitzung vom 24.03.2021, das Protokoll der Stadtratssitzung vom 18.03. desselben Jahres, die Satzung der Stadt, die im Zeitraum 2020-2021 galt, die Beschlüsse über die Ernennung von Kommissionsmitgliedern für Wahl und Ernennungen für den Zeitraum 2020-2021 und die Stimmzettel für die Wahl des Leitungsorgans des Stadtrats der Stadt Sarajevo für den Zeitraum 2020-2021.
Wir erinnern daran, dass Bogić Bogićević nach diesen Verwicklungen seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Sarajevo zurückgezogen hat. Dies tat er in einem Brief an Nermin Nikšić, den Vorsitzenden der SDP.
„Ich informiere Sie über meine unwiderrufliche Entscheidung, meine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Sarajevo zurückzuziehen. Sie ist offensichtlich zu einem Stolperstein in den koalitionären Beziehungen der Vierergruppe geworden, die diesbezüglich bei der heutigen Sitzung des Stadtrats von Sarajevo offensichtliche Uneinigkeit gezeigt hat. Diese Uneinigkeit ist eine Art Botschaft, dass ich innerhalb der Vierergruppe kein erwünschter Kandidat für die genannte verantwortungsvolle Funktion bin.
Ich möchte nicht, dass Ihre parteiinternen Beziehungen wegen mir gestört werden, noch möchte ich, dass mein Name in unanständigen politischen und Wahlspielen verwendet wird, wie es die heutige Sitzung des Stadtrats von Sarajevo ähnelte“, heißt es in dem damaligen Brief von Bogićević.
(A.Č.Z.)
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