Botschaft aus Deutschland: Schmidt gefährdet vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Zukunft Bosnien und Herzegowinas

Patria
AutorPatria
13:31
Podijeli:
Botschaft aus Deutschland: Schmidt gefährdet vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Zukunft Bosnien und Herzegowinas

(Patria) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Deutschland hat das Vorgehen des Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt, im Fall "Kovačević gegen Bosnien und Herzegowina" vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kritisiert.

"Schmidts derzeitiges Verhalten widerspricht dem Mandat des Hohen Repräsentanten, die Umsetzung der zivilen Aspekte des Dayton-Abkommens sicherzustellen. Mit seiner eigeninitiativen Intervention vor der Großen Kammer des EGMR stellt er sich gegen die Rechtsstaatlichkeit und Unparteilichkeit, zu der er eigentlich verpflichtet ist.

Stattdessen sollte der Hohe Repräsentant die Umsetzung der rechtskräftigen Urteile des Gerichtshofs gemäß der Europäischen Menschenrechtskonvention sicherstellen, die darauf abzielen, die ethnische und politische Diskriminierung in Bosnien zu beenden", erklärte Jasna Čaušević, Beraterin für Völkermordprävention und Schutzverantwortung (R2P) der Gesellschaft für bedrohte Völker.
"Wenn Schmidt dies nicht tut, blockiert er den Fortschritt Bosnien und Herzegowinas hin zu einer demokratischen und gleichberechtigten Gesellschaft und trägt zur ethno-nationalistischen Spaltung des Landes bei."

In einem Schreiben an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, und andere fordert die Gesellschaft unter anderem die Achtung der Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit und der Gleichberechtigung aller Bürger Bosnien und Herzegowinas und verurteilt Schmidts Auftreten vor dem EGMR.

Čaušević fordert die deutsche Regierung zudem auf, sich entschlossen für die Umsetzung der EGMR-Urteile in Bosnien und Herzegowina einzusetzen:

"Deutschland sollte seine Position innerhalb der Europäischen Union, der Vereinten Nationen und des Friedensimplementierungsrates nutzen, um auf die Umsetzung aller EGMR-Urteile zu bestehen. Die Bundesregierung sollte klare diplomatische Signale senden und sich öffentlich gegen die Anfechtung des Urteils 'Kovačević gegen Bosnien und Herzegowina' aussprechen."

Durch einen aktiven und engagierten Ansatz kann Deutschland dazu beitragen, die Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Menschenrechte in Bosnien und Herzegowina zu gewährleisten und eine weitere Destabilisierung der Region zu verhindern.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland auf, bei politischen Entscheidungen die Expertise von Vertretern der Zivilgesellschaft, ziviler Organisationen und Menschenrechtsaktivisten in Bosnien und Herzegowina einzubeziehen.

Adil Kulenović, Vorsitzender des Krug 99, betont die Dringlichkeit eines entscheidenden, auf die Menschenrechte ausgerichteten Handelns:

"Wir sind überzeugt, dass Schmidt mit seiner eigeninitiativen Aussage in Straßburg versucht, den Aufbau eines modernen europäischen bosnischen Staates und die Wiederbelebung traditioneller Werte des Zusammenlebens und einer konfliktfreien Gesellschaft zu untergraben. Dies widerspricht dem europäischen Recht.

Wir fordern die Ernennung eines neuen Hohen Repräsentanten, der sich für die Umsetzung aller EGMR-Urteile und Empfehlungen der Venedig-Kommission im Rahmen der demokratischen Transformation Bosnien und Herzegowinas hin zu einem modernen bosnischen Staat einsetzt."

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