
Neben Korruptionsaffären wird die Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina unter der Führung von Nermin Nikšić (ebenfalls Akteur der „Spengavanje“-Affäre) auch für eine Reihe restriktiver wirtschaftlicher Maßnahmen in Erinnerung bleiben, von der Abschaffung des arbeitsfreien Sonntags bis hin zu Interventionen, die zunehmend in den Markt eingreifen.
Gleichzeitig erleben wir den Zusammenbruch wichtiger Industriesysteme, von Problemen in der Schwerindustrie wie der Kokerei in Lukavac und dem Stahlwerk in Zenica bis hin zu breiteren Auswirkungen, die unweigerlich auch die Eisenbahnen der Föderation Bosnien und Herzegowina betreffen. Es handelt sich um ein klassisches „System verbundener Gefäße“, bei dem eine Störung eines Sektors die anderen kaskadenartig destabilisiert. Die „Experten“ haben es geschafft, sogar die Rüstungsindustrie an den Rand des Ruins zu bringen!
Genau in einem solchen Umfeld kommt die neue Maßnahme zur Begrenzung des Brotpreises. Auf den ersten Blick sozial sensibel, stellt sie im Wesentlichen einen weiteren Fall von Ad-hoc-Wirtschaftsinterventionen dar, die nicht die Ursache des Problems lösen.
Denn wenn die Produktionskosten für Energie, Rohstoffe und Arbeit höher sind als der administrativ festgelegte Preis, sind die Hersteller gezwungen, am Rande der Rentabilität oder mit Verlust zu arbeiten. Die Folgen sind bereits bekannt: Qualitätsverlust, Reduzierung des Gewichts oder Rückzug von Produkten vom Markt.
Mit anderen Worten, die Maßnahme löst das Problem nicht, sie friert es nur vorübergehend ein.
Darüber hinaus werden die tatsächlichen Auswirkungen auf den Lebensstandard der Bürger begrenzt und kurzfristig sein. Ohne eine breitere Fiskal- und Energiepolitik bleiben solche Entscheidungen kosmetisch.
Zur Erinnerung: Auf staatlicher Ebene gibt es keine politische Einigkeit über die Abschaffung der Kraftstoffsteuern, eine Maßnahme, die direkte und breitere Auswirkungen sowohl auf die Bürger als auch auf die Wirtschaft hätte. In einem solchen Szenario würde der Preisdruck auf Grundprodukte auf natürliche Weise nachlassen, ohne dass administrative Beschränkungen erforderlich wären.
Die Erfahrungen mit früheren Margenbeschränkungen zeigen ebenfalls, dass solche Maßnahmen keine signifikanten Ergebnisse bringen. Trotzdem setzt die Regierung diese Praxis fort. Wie unsere Leute sagen würden: „Dem Blinden nützt es nichts, zu winken.“
Anstatt systemischer Lösungen erleben wir die Wiederholung von Schritten, deren Folgen meist erst später sichtbar werden, wenn der Schaden bereits entstanden ist.
Diesen neuen Schaden wird offensichtlich eine neue Regierung lösen müssen, wenn wir es bis dahin irgendwie überleben.
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