
Von: Amina Čorbo-Zećo
Am Montag fand an der Börse von Sarajevo ein bedeutender Handel mit Aktien des Unternehmens Igman aus Konjic statt, wie Biznis info berichtete. Der Transaktionswert betrug 273.000 KM.
Auf den ersten Blick nur eine technische Änderung der Eigentümerstruktur, hat dies jedoch eine Reihe von Fragen nach möglichen politisch-ökonomischen Hintergründen aufgeworfen.
Nach Informationen des Portals BiznisInfo.ba verkaufte OIF Lilium Global seine Aktien und zog sich damit vollständig aus dem Eigentum von Igman zurück, während der Käufer ZIF Herbos fond Tuzla ist, der bisher nicht zu den Aktionären dieses Unternehmens gehörte. Es handelt sich um 1.616 Aktien, was 0,28 Prozent des Gesamtkapitals von Igman ausmacht, aber der Eintritt eines neuen Fonds in die Eigentümerstruktur der Rüstungsindustrie ist nie ohne größere Bedeutung.
Wir haben daher geprüft, wer hinter ZIF Herbos steht. Es handelt sich um einen Investmentfonds, der von der Direktorin Marsela Kotaranin geleitet wird, mit einem Aufsichtsrat, der aus Danijel Grubeša (Vorsitzender), Antun Luburić und Ivana Soldo besteht.
Obwohl er formell als unabhängiger Fonds mit Sitz in Tuzla agiert, ist Herbos finanziell und geschäftlich mit der Intesa Sanpaolo Bank Mostar und der Privredna banka Zagreb verbunden – Institutionen, die traditionell mit Kapital kroatischer Herkunft in Verbindung gebracht werden.
Daher wurde in Geschäftskreisen sofort die Frage aufgeworfen, ob der Eintritt von Herbos auch den Beginn der Präsenz der sogenannten „H-Komponente“ in der Eigentümerstruktur von Igman, einer strategisch wichtigen Fabrik im Sektor der bosnischen Rüstungsindustrie, bedeutet?
Der Zeitpunkt der Transaktion verstärkt die Zweifel. Lilium Global beschloss, seinen Anteil zu verkaufen, nachdem Igman Anfang September gezwungen war, die Produktion wegen der Unterbrechung der Pulverlieferungen aus Serbien einzustellen. Dieses Ereignis führte zu einem starken Rückgang des Aktienkurses um mehr als 13 Prozent, von 195 auf 169 KM, und eröffnete Raum für einen günstigen Einstieg neuer Investoren.
Obwohl die Produktion inzwischen wieder aufgenommen wurde, verzeichnet das Unternehmen weiterhin Verluste; in der ersten Jahreshälfte wurde ein Minus von 19,8 Millionen KM verzeichnet, während die Einnahmen um ganze 24,3 Millionen KM zurückgingen.
Genau in diesem Moment der finanziellen Schwäche und Unsicherheit tritt der Herbos-Fonds auf, bereit, das Risiko einzugehen und in die angeschlagene Fabrik zu investieren.
Analysten interpretieren diesen Schritt als langfristige Positionierung des Fonds in einer Industrie, die trotz der aktuellen Probleme einen hohen strategischen Wert hat. Igman ist einer der größten Waffenexporteure Bosniens mit NATO-Zertifikaten und globalen Partnern, was ihn für alle attraktiv macht, die Einfluss auf den sicherheits- und wirtschaftspolitischen Sektor Bosniens nehmen wollen.
Sollte sich die Krise verlängern und der Aktienkurs weiter fallen, könnte Herbos weiter kaufen und seinen Anteil erhöhen, was langfristig die Türen für einen größeren Einfluss des kroatischen Finanzkapitals in diese Fabrik öffnen könnte.
Die größten Aktionäre von Igman bleiben die Föderation Bosnien und Herzegowina. Die Markterfahrung zeigt jedoch, dass Minderheitsanteile, wenn sie strategisch verteilt und mit politischen Interessen verbunden sind, unverhältnismäßig großen Einfluss haben können.
Daher ist die Frage heute nicht nur, wer die Aktien von Igman gekauft hat, sondern was dieser Kauf für die Zukunft des Unternehmens bedeutet und wer hinter der scheinbar „technischen“ Investition steckt.
Komentari (0)
Prijavite se za komentiranje
PrijavaJos nema komentara. Budite prvi!
Minuta
Sve →Iz drugih kategorija

Hoher Repräsentant nicht gewählt: Deutsche, Franzosen und Briten sabotierten Amerikaner, neuer Versuch Ende Juni

ČOVIĆ OHNE GNADE Wie diejenigen, die Ademović ins Amt brachten, ihm eine politische Hölle bereiteten




Sonniger Samstag, es wird recht warm




Tragödie im albanischen Ferienort: Zwei Minderjährige ertrunken













