
(Patria) - Bundeskanzler Olaf Scholz und die 16 Ministerpräsidenten haben heute neue, strengere Maßnahmen zur Eindämmung der großen Zahl von Migranten, die nach Deutschland kommen, vereinbart.
Sie erzielten damit einen Kompromiss in einer Frage, die zu einem großen politischen Problem für die Regierung und einem heißen Thema in der Gesellschaft geworden ist.
Die neuen Maßnahmen umfassen die Beschleunigung von Asylverfahren, die Einschränkung von Leistungen für Asylbewerber und eine stärkere finanzielle Unterstützung des Bundes für Länder und Kommunen, die mit dem Zustrom von Menschen zu kämpfen haben.
Scholz nannte das Abkommen am Dienstag nach einem stundenlangen Treffen einen "historischen Moment", was zeigt, wie sehr das Thema die Regierung belastet hat.
Die Unterkünfte für Migranten und Flüchtlinge sind seit Monaten voll, und Scholz, der unter enormem Druck der Opposition und anderer Seiten steht, diesen Trend zu stoppen, sagte, dass "zu viele kommen".
Die Zahl der neuen Asylanträge im bisherigen Jahresverlauf war Ende September um rund 73 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie offizielle Statistiken zeigen.
Deutschland hat seit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine auch mehr als eine Million Ukrainer aufgenommen.
In den letzten Wochen gab es eine Reihe von Regierungsaktivitäten, darunter Gesetze zur Erleichterung der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, zur Verschärfung der Strafen für Schleuser, zur Ermöglichung einer früheren Arbeitsaufnahme für Asylbewerber und zur Einführung vorübergehender Grenzkontrollen zu Polen, Tschechien und der Schweiz.
Bund und Länder einigten sich am frühen Dienstagmorgen auf eine Änderung des Finanzierungssystems für die Kosten von Asylbewerbern.
Ab dem nächsten Jahr wird der Bund einen jährlichen Pauschalbetrag von 7.500 Euro pro Asylbewerber zahlen, anstatt eines jährlichen Gesamtbetrags von rund 3,7 Milliarden Euro.
Asylbewerber sollen künftig auch einen Teil ihrer Leistungen als Guthaben auf einer Zahlungskarte erhalten, was bedeutet, dass sie künftig weniger Bargeld erhalten.
Einige Ministerpräsidenten forderten ein neues System zur Durchführung von Asylverfahren außerhalb Deutschlands, um die Ankunft von Migranten zu verhindern, aber diese Maßnahme wurde nicht umgesetzt.
Die Bundesregierung kündigte jedoch an, zu prüfen, ob Asylverfahren außerhalb der EU möglich sind.
Unter anderem sollen Asylverfahren schneller als bisher bearbeitet werden, und Asylanträge von Personen, die aus Ländern mit einer Anerkennungsquote von weniger als fünf Prozent kommen, sollen innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden.
Die von Deutschland eingeführten Grenzkontrollen zu den Nachbarländern Schweiz, Tschechien, Polen und Österreich sollen verlängert werden, der genaue Zeitraum ist jedoch noch nicht festgelegt.
Mehr als 250.000 Menschen haben im Zeitraum Januar bis September in Deutschland Asyl beantragt, verglichen mit mehr als 130.000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die meisten Asylbewerber kommen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei, schreibt VOA.
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