
(Patria) - Die Deutschen halten immer noch rund 12 Milliarden D-Mark unter der Matratze.
- Meistens kommen die Leute nach der Wohnungsauflösung von Freunden oder Verwandten, wenn sie an verschiedenen Stellen Banknoten oder häufiger Münzen der D-Mark finden - sagte der Sprecher der Deutschen Bundesbank, Uwe Deichert, der Evangelischen Nachrichtenagentur (EPD).
Neben Matratzen sind alte Medikamenten- oder Keksdosen die häufigsten Orte, an denen größere Beträge gefunden werden. Das Geld wird auch unter Zimmerpflanzen entdeckt, und Münzen in alter Kleidung oder sogar in Vorhänge eingenäht.
Vertreter der Bundesbank sagen, dass sie auch einen Trend zum Verkauf von Münzsammlungen beobachtet haben.
- Offenbar haben die Sammler erkannt, dass der Wert ihrer Sammlungen nicht mehr steigen wird, und haben sich daher entschlossen, ihre numismatischen Sammlungen zu Geld zu machen - betont Deichert.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Fünf-Mark-Münzen, die zwischen 1953 und 1971 ausgegeben wurden, sind aufgrund ihres hohen Silberanteils, dessen Preis stetig steigt, auf den numismatischen Märkten immer noch gut gefragt.
Schätzungen zufolge sind 24 Jahre nach der Einführung des Euro immer noch rund 12 Milliarden D-Mark nicht umgetauscht worden - 5,6 Milliarden in Banknoten und 6,5 Milliarden in Münzen.
Die Bundesbank hat keine Daten darüber, wie viele D-Mark sich in Deutschland selbst befinden.
Ein Grund dafür, dass eine so große Menge Geld nicht umgetauscht wurde, ist, dass sich viele D-Mark außerhalb Deutschlands befinden, sodass der Umtausch in Euro nicht so einfach ist.
- Es gibt aber auch andere, emotionale Gründe. Viele, insbesondere ältere Bürger, verbinden die D-Mark mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg und dem Wohlstand - sagt Deichert.
Der Wirtschaftspsychologe Stefan Trautmann vom Institut für Wirtschaftswissenschaften in Heidelberg ist der Ansicht, dass die Tatsache, dass noch so viele D-Mark in Münzen und Banknoten vorhanden sind, durch das Vertrauen erklärt werden kann, das die Deutschen in Bargeld haben.
- In Deutschland vertrauen die Menschen immer noch auf Bargeld, und dann kann es leicht passieren, dass größere Summen irgendwo vergessen werden - führt Trautmann aus.
Alle können jedoch beruhigt sein, wenn sie es sich anders überlegen: Deutschland ist eines der wenigen Länder der Eurozone, in dem es keine zeitliche Begrenzung für den Umtausch von D-Mark in Euro gibt. Und auch der Wechselkurs von 1,95 Mark für einen Euro wird sich nicht ändern.
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