
Für NAP schreibt: Sifet Kukuruz, Rechtsexperte
Wenn zufällig die Führer der Trojka-Parteien anstelle von Alija Izetbegović in Dayton verhandelt hätten, gäbe es keinen Zweifel daran, dass sie ein Groß-Serbien und ein Groß-Kroatien unterzeichnen würden.
Nachdem die Führer der Trojka-Parteien zugegeben haben, dass sie einige Entscheidungen unter dem Druck des US-Botschafters in BiH getroffen und einige Gesetze verabschiedet haben, können die Bürger von BiH jetzt erst verstehen, welch Glück sie hatten, dass nicht die Führer der Trojka-Parteien, sondern der verstorbene Präsident der Republik BiH, Alija Izetbegović, bei den Verhandlungen in Dayton dabei waren.
Deshalb, wann immer jemand Alija Izetbegović zu Unrecht beschuldigt, etwas in Dayton unterzeichnet zu haben, was er nicht hätte tun sollen, sollte er sich nur daran erinnern, dass während der Daytoner Verhandlungen enormer Druck auf Alija Izetbegović als Präsidenten der Republik BiH ausgeübt wurde, und zwar direkt von den Präsidenten der mächtigsten Staaten der Welt.
Trotzdem wurde in Dayton kein Groß-Serbien und kein Groß-Kroatien unterzeichnet, sondern die Fortsetzung der Existenz des international anerkannten Staates BiH.
Es ist eine gesonderte Frage, warum nach der Unterzeichnung des Daytoner Friedensabkommens dessen progressive Potenziale nicht genutzt wurden. Darüber ein anderes Mal.
Präsident Alija Izetbegović gelang es, die Unterschriften des Präsidenten Serbiens und des Präsidenten Kroatiens unter dem Daytoner Friedensabkommen als rechtlichen Beweis dafür zu sichern, dass es sich um einen internationalen bewaffneten Konflikt und nicht um einen Bürgerkrieg handelte, was später durch zahlreiche Urteile des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien bestätigt wurde.
In einer Situation, in der für die Zustimmung, ja sogar für den Rückzug der Unterschrift der Führer der Trojka-Parteien, der Druck von Milorad Dodik oder Dragan Čović ausreicht, kann man sich nur fragen, wozu die Führer der Trojka-Parteien bereit wären, wenn sie heute in Friedenszeiten beispielsweise vom Präsidenten der USA oder den Präsidenten der Staaten, die Zeugen des Daytoner Friedensabkommens waren, angerufen würden.
Deshalb sei dem Präsidenten der RBiH, Alija Izetbegović, und allen Mitgliedern der bosnisch-herzegowinischen Delegation, die in Dayton verhandelt haben, ewige Ruhe und großer Dank.
Die Umstände, unter denen sie verhandelten, bestätigen auch heute noch die ganze Schwere der Worte des Präsidenten der RBiH, Alija Izetbegović, dass „in der Welt, wie sie ist, kein besserer Frieden erzielt werden kann“.
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