
(Patria) - Die Goldpreise verzeichneten in der vergangenen Woche den größten Rückgang seit sechs Monaten und verloren bis zu vier Prozent an Wert, was den stärksten wöchentlichen Verlust seit November darstellt.
Eine Unze Gold (31,1 Gramm) liegt nun fast zehn Prozent unter dem Rekordwert vom April, als sie die Marke von 3.500 Dollar überschritt.
Die Gründe für eine so starke Korrektur der Edelmetallpreise liegen in mehreren parallelen Faktoren: Verringerung globaler geopolitischer Spannungen, einschließlich des Handelsfriedens zwischen den USA und China; Stärkung des US-Dollars, was die Attraktivität von Gold als alternative Wertaufbewahrung verringert; Anstieg der Risikobereitschaft, da die Anleger durch Ankündigungen einer wirtschaftlichen Erholung und die Lockerung von Handelshemmnissen ermutigt werden; Gewinnmitnahmen – Anleger haben beschlossen, Gewinne nach dem außergewöhnlichen Anstieg von Gold seit Jahresbeginn, der immer noch beeindruckende +22 Prozent beträgt, zu realisieren, und zusätzlich, mit Optimismus an den Märkten, nimmt das Interesse an sogenannten sicheren Häfen wie Gold natürlich ab.
Gleichzeitig, während Gold Verluste verzeichnet, steigen die Börsenindizes stark an. Die Vereinbarung zwischen den USA und China über die vorübergehende Aufhebung von Zöllen für 90 Tage löste eine Welle der Begeisterung bei den Anlegern aus.
Der Technologieindex NASDAQ stieg in der vergangenen Woche um sieben Prozent, während der S&P 500 an allen fünf Tagen zulegte. Positive Entwicklungen wurden zusätzlich durch die Erwartung einer Vermeidung einer Rezession angekurbelt – selbst Barclays, das bis vor kurzem einen Rückgang des US-BIP prognostizierte, erwartet nun ein Wachstum von 0,5 Prozent. Im Gegensatz dazu senkte Moody's das Kreditrating der USA auf AA1, aufgrund der besorgniserregend hohen Staatsverschuldung.
Obwohl der Markt derzeit von Euphorie dominiert wird, gibt es auch Warnsignale. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan zeigte einen weiteren Rückgang, während die Inflationserwartungen für die nächsten 12 Monate auf bis zu 7,3 Prozent stiegen – der höchste Stand seit 1981. In der Zwischenzeit warnen einige Unternehmen wie Walmart vor möglichen Preiserhöhungen für Produkte aufgrund von Trumps Zöllen, während andere – wie First Solar – dank Steuererleichterungen für erneuerbare Energien ein starkes Wachstum verzeichnen.
Kurz gesagt, der Markt befindet sich in einem Übergangsmoment: Optimismus treibt die Aktien nach oben, während Gold – ein Symbol der Vorsicht – vorübergehend der Euphorie weicht.
Wie sich jedoch die Handelsgespräche und geopolitischen Spannungen entwickeln werden, kann sich das Gleichgewicht schnell ändern, berichtet Bankar.me.
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