
(Patria) - Die Islamische Gemeinschaft verurteilt aufs Schärfste die Entscheidung, das Hotel „Vilina Vlas“ in der Nähe von Višegrad im Rahmen des offiziellen Tourismusangebots in Belgrad zu bewerben – ein Ort, der während der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina als Lager für die systematische Inhaftierung und Vergewaltigung bosniakischer Mädchen und Frauen diente.
„Die Promotion eines solchen Ortes ohne jeglichen Kontext, Anerkennung und Pietät gegenüber den Opfern stellt einen tiefen moralischen Verfall dar und ist Teil einer breiteren Praxis der Leugnung, Relativierung und Normalisierung des Völkermords und anderer Verbrechen, die an Bosniaken begangen wurden. Orte des Leidens können und dürfen nicht als Touristenattraktionen dargestellt werden, ohne die Wahrheit über das, was dort geschah, zu erwähnen“, heißt es in der Erklärung der Islamischen Gemeinschaft.
Es wird betont, dass die systematische Inhaftierung von Frauen und Mädchen zum Zweck ihrer Vergewaltigung, Demütigung und erzwungenen Schwangerschaft ein Verbrechen ohne historische Präzedenzfälle im modernen Europa darstellte.
„Diese Praxis war Teil einer organisierten Politik, die darauf abzielte, die Würde zu zerstören, die Familie zu zerrütten und die biologische Kontinuität des bosniakischen Volkes anzugreifen. Solche Verbrechen hinterließen dauerhafte Folgen für die Überlebenden, ihre Familien und die gesamte Gesellschaft“, wurde in der Erklärung hervorgehoben.
Die Islamische Gemeinschaft erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass sie seit den ersten Tagen nach dem Krieg die Überlebenden sexueller Gewalt unterstützte und ihnen im Kampf um Würde, Anerkennung und Gerechtigkeit zur Seite stand.
„Unsere Unterstützung für Opferverbände dauert bis heute an, da wir uns bewusst sind, dass der Heilungs- und gesellschaftliche Anerkennungsprozess ihres Leidens noch nicht abgeschlossen ist. Die Gemeinschaft weiß am besten, welche Traumata die Überlebenden durchgemacht haben und wie wichtig es ist, dass ihre Wahrheit niemals verschwiegen oder unterdrückt wird. Wir rufen die Organisatoren der Messe sowie die zuständigen Institutionen auf, diese Entscheidung dringend zu überdenken und ein Minimum an Respekt gegenüber den Opfern zu zeigen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, nicht ihre Vertuschung, ist der einzige Weg zu wahrem Frieden und Stabilität in der Region“, heißt es.
Die Islamische Gemeinschaft bleibt fest der Wahrheit, Gerechtigkeit und Würde jedes Opfers verpflichtet.
„Unser Mitgefühl und unsere Solidarität mit den Überlebenden bleiben dauerhaft und unzweifelhaft“, wurde in der Erklärung der Islamischen Gemeinschaft in BiH mitgeteilt.
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