Gewerkschaftskoordination fordert 20 Prozent höhere Löhne: Im Kanton Sarajevo die niedrigste Bemessungsgrundlage in der FBiH, aber die höchsten Lebenshaltungskosten

Patria
AutorPatria
07:35
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Gewerkschaftskoordination fordert 20 Prozent höhere Löhne: Im Kanton Sarajevo die niedrigste Bemessungsgrundlage in der FBiH, aber die höchsten Lebenshaltungskosten

(Patria) - Die Unabhängige Gewerkschaft der Staatsbediensteten und Angestellten in den Organen des Staatsdienstes, der Justiz und öffentlichen Einrichtungen in der Föderation Bosnien und Herzegowina sowie die Gewerkschaftskoordination des Kantons Sarajevo haben sich an die Regierung des Kantons Sarajevo mit der Forderung gewandt, Verhandlungen über die Höhe der Bemessungsgrundlage für die Lohnberechnung für das Jahr 2026 zu eröffnen.

Die Forderungen wurden vor der Verabschiedung des Budgetentwurfs für 2026 durch die Regierung des Kantons Sarajevo gestellt, mit dem Ziel, den sozialen Dialog rechtzeitig zu eröffnen und durch Verhandlungen ein gerechteres Verhältnis gegenüber den Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu gewährleisten. Trotz mehrfacher Mahnungen und Aufforderungen hat die Regierung des Kantons Sarajevo jedoch keine Bereitschaft gezeigt, den Dialog mit den Gewerkschaften zu eröffnen oder die berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer, die die Last des Funktionierens der öffentlichen Dienste tragen, zu berücksichtigen.

Da auch nach der Verabschiedung des Budgetentwurfs keine Einladung an die Gewerkschaften zur Aufnahme von Verhandlungen erfolgte, richtete die Gewerkschaftskoordination des Kantons Sarajevo eine Aufforderung an die Vorsitzenden der politischen Clubs in der Versammlung des Kantons Sarajevo zur Abhaltung eines thematischen Treffens mit dem Ziel, den sozialen Dialog zu eröffnen und die Bemessungsgrundlage für die Lohnberechnung im Jahr 2026 festzulegen.

In diesem Zusammenhang fand heute, am 10.11.2025, ein Treffen mit der Abgeordneten in der Versammlung des Kantons Sarajevo, Admela Hodžić, statt, an dem seitens der Gewerkschaften Enes Šabić und Eldar Barukčija teilnahmen. Auf dem Treffen wiesen die Gewerkschaftsvertreter auf eine Reihe von Problemen hin und äußerten ihre Enttäuschung über das Verhalten der Regierung des Kantons Sarajevo gegenüber den Gewerkschaften.

Die Gewerkschaftsvertreter betonten, dass dieses Verhalten der Regierung eine Missachtung der Sozialpartner und eine Geringschätzung der Rolle der Gewerkschaften bei der Gestaltung von Politiken zeige, die die Beschäftigten des öffentlichen Sektors direkt betreffen. Es wurde hervorgehoben, dass die Arbeitnehmer aufgrund des ständigen Anstiegs der Preise und Lebenshaltungskosten (Inflation) in eine äußerst ungünstige Lage gebracht wurden, was zur Abwanderung von Fachkräften und einem Rückgang des Interesses an einer Beschäftigung im öffentlichen Sektor führt. Ein solcher Zustand trifft letztlich am stärksten die Bürger des Kantons Sarajevo, sei es in der öffentlichen Verwaltung, im Bildungswesen, bei der Polizei oder in anderen Segmenten der öffentlichen Dienste.

Die Gewerkschaftsvertreter wiesen auch auf die Tatsache hin, dass die Bemessungsgrundlage für die Lohnberechnung im Kanton Sarajevo derzeit die niedrigste in der Föderation Bosnien und Herzegowina ist, während die Lebenshaltungskosten gleichzeitig am höchsten sind. Junge Menschen, die im öffentlichen Sektor eine Beschäftigung aufnehmen, stehen vor nahezu unmöglichen Bedingungen zur Lösung ihrer Wohnungsfrage, was neue Kräfte zusätzlich demotiviert.

Die Abgeordnete Admela Hodžić betonte, dass sie die Forderungen der Gewerkschaften vollkommen verstehe und die Notwendigkeit einer Verbesserung der Lage der Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor erkenne. Sie unterstrich, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Arbeitnehmer unterstützen und sich aktiv dafür einsetzen werde, dass im Budget des Kantons Sarajevo für 2026 Mittel vorgesehen werden, die eine Erhöhung der Löhne der im öffentlichen Sektor Beschäftigten ermöglichen.

"Jetzt, wo wir die Situation haben, dass den Arbeitgebern die Beitragspflichten um 5,5% gesenkt wurden, die Inflationsrate bei etwa 5% liegt und ab Januar 2026 weder der Gewichtungsfaktor, der den Kanton Sarajevo besonders belastet hat, noch eine Ausrede sein kann, fordern die Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 20%, womit man sich zumindest vorübergehend dem föderalen Niveau oder anderen Kantonen annähern würde, die bereits das gesamte Jahr 2025 über eine deutlich höhere Bemessungsgrundlage haben (einige bis zu 550 KM), während im Kanton Sarajevo die derzeitige Bemessungsgrundlage 400 KM bei einem Punktwert von 1,1 beträgt", wurde von der Gewerkschaft mitgeteilt.

Die Gewerkschaftskoordination des Kantons Sarajevo bleibt dem Schutz der Arbeitnehmerrechte und der Etablierung des sozialen Dialogs als grundlegendem Mechanismus zur Regelung der Beziehungen zwischen der Regierung und den Beschäftigten im öffentlichen Sektor verpflichtet. Die Gewerkschaften erwarten eine sofortige Reaktion der Versammlung des Kantons Sarajevo und die Aufnahme konstruktiver Gespräche, die zu einer gerechteren und würdigeren materiellen Lage der Beschäftigten führen werden.

Abschließend erwarten die Gewerkschaften die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über die Bemessungsgrundlage für die Lohnberechnung für das Jahr 2026.

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