Der Vizepräsident der Föderation Bosnien und Herzegowina, Mirsad Kebo, traf sich in Washington mit Jonathan Moore, dem Direktor des Büros für Süd- und Mitteleuropa im Außenministerium, wie aus Kebos Büro mitgeteilt wurde, berichtet die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria.
Im Rahmen seines Arbeitsbesuchs in den Vereinigten Staaten von Amerika sprach Kebo auch mit dem Kongressabgeordneten John Larson und der Kongressabgeordneten Donna Edwards.
Kebo erklärte während getrennter Treffen, dass Korruption und organisierte Kriminalität in Bosnien und Herzegowina ein Niveau erreicht hätten, das ein stärkeres und eigenständigeres Vorgehen der Staatsanwaltschaften und Gerichte erfordere, die heute eine riesige Anzahl ungelöster Gerichtsverfahren hätten.
Als offensichtlichstes Beispiel dafür nannte Kebo den Versuch, Denis Prcić zum Vorsitzenden einer wichtigen Finanzinstitution in Bosnien und Herzegowina, der Kommission für Wertpapiere, zu ernennen, hinter dem, wie er sagte, private Lobbys einer politischen Partei in Bosnien und Herzegowina stünden.
Kebo forderte die amerikanischen Diplomaten sogar auf, sich in die eingeleiteten Verfahren gegen Prcić einzuschalten, da dieser auch amerikanischer Staatsbürger sei.
- Es gibt dokumentierte Erkenntnisse über das unethische und gesetzeswidrige Handeln des ehemaligen Rektors der amerikanischen Universität in Bosnien und Herzegowina, Denis Prcić, sowie Aussagen über dessen falsche Darstellung und zwar als exklusiver Vertreter der offiziellen Interessen der USA, sowohl im wirtschaftlichen, kulturellen als auch im politisch-sicherheitspolitischen Sinne, was natürlich Aufgabe der US-Botschaft in Bosnien und Herzegowina ist – warnte Kebo die Kongressabgeordneten und andere politische Amtsträger in den USA.
- Prcić gab sich auch als „einflussreichste Person“ in der US-Botschaft in Sarajevo aus. Mit seinem Einfluss drohte er verschiedenen Wirtschafts- und politischen Akteuren in unserem Land – sagte Kebo.
In getrennten Gesprächen informierte er die amerikanischen Diplomaten auch über die Lage nach den Überschwemmungen in Bosnien und Herzegowina und bat um konkrete Hilfe bei der Wiederherstellung von Häusern und dem Aufbau der Infrastruktur in den überschwemmten Gebieten vor dem Winter, heißt es in der Mitteilung aus dem Kabinettsbüro, berichtet Patria.
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