
(Patria) - Volkswagen hat mitgeteilt, dass es trotz der sich der Elektrifizierung zuwendenden Industrie nicht von Autos mit Verbrennungsmotor abrückt.
Obwohl der Volkswagen-Konzern zuvor angekündigt hatte, dass seine Strategie eine vollständige Ausrichtung auf Elektrofahrzeuge sein werde, plant er nun dennoch, zwei Drittel seines Kapitals auf Elektrifizierung und Digitalisierung zu konzentrieren.
Ein Drittel werde weiterhin für Autos mit Verbrennungsmotor bereitgehalten, betonte der Finanz- und Betriebsvorstand der VW-Gruppe, Arno Antlitz, bei einer Reuters-Veranstaltung in München im vergangenen Monat.
- Elektrofahrzeuge sind die Zukunft, aber die Ära der Autos mit Verbrennungsmotor ist nicht vorbei - sagte Antlitz.
VW plant nun, ein kleines, erschwingliches BEV ohne Partner zu entwickeln, nachdem die Verhandlungen über eine Partnerschaft mit Renault gescheitert waren.
VWs erste BEVs werden 20.000 Euro kosten und sich vor allem auf den Verkauf in Europa konzentrieren, teilte das Unternehmen mit.
Gleichzeitig räumt VW ein, dass es den rückläufigen Verkauf von BEVs mit mehr Plug-in-Hybriden ausgleichen müsse.
Dies steht im Widerspruch zu ihren früheren Plänen, wonach die ID-Serie von Elektroautos für ihre Zukunft entscheidend sein sollte.
Der ehemalige CEO Herbert Diess kündigte Pläne an, im Laufe des nächsten Jahrzehnts bis zu 75 vollelektrische Fahrzeuge einzuführen, und erklärte 2021, dass die Elektromobilität "das Rennen gewonnen" habe.
VW sah sich mit großen Schwierigkeiten in seiner Elektrifizierungsstrategie konfrontiert. Frühere Pläne mit verschiedenen EV-Einführungen scheiterten. VW ist auch in China hinterhergehinkt, konfrontiert mit starker lokaler Konkurrenz.
Wie andere deutsche Autohersteller reagiert VW auch auf die weitere Expansion chinesischer Rivalen wie BYD und SAICs MG Motor nach Europa.
VW hat zudem Pläne aufgegeben, Investitionen für seine Batterieeinheit zu suchen und ein EV-Werk in Deutschland im Wert von 2 Milliarden Euro zu bauen.
In der Zwischenzeit könnte VW die Zeit verlangsamen, die benötigt wird, um die Kapazität seiner Batteriefabriken zu erhöhen.
VW werde die Produktion zwar 2025 aufnehmen, aber es könnte länger dauern, bis die volle Kapazität erreicht sei, sagte Antlitz in einem Interview mit Bloomberg.
Nach den derzeitigen Plänen von 20 Milliarden Euro soll PowerCo bis 2030 Zellen für rund 3 Millionen EVs liefern.
Ebenso plant Mercedes-Benz, die Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor bis ins nächste Jahrzehnt beizubehalten und sich damit von seinen früheren Plänen zu verabschieden, bis 2030 nur noch Elektroautos zu verkaufen, berichtete Bloomberg.
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