Hungersnot in Gaza könnte eine ganze Generation nachhaltig beeinträchtigen

Patria
AutorPatria
08:35
Podijeli:
Hungersnot in Gaza könnte eine ganze Generation nachhaltig beeinträchtigen

(Patria) - Die Unterernährungsrate im Gazastreifen steigt, wo der Hunger eine ganze Generation nachhaltig beeinträchtigen könnte, erklärte gestern ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das besetzte palästinensische Gebiet.

Israel blockiert die Versorgung des Gazastreifens seit Anfang März und setzt seine verheerende Militäroffensive gegen die Hamas fort. In einem neuen Bericht der Integrierten Klassifikation der Ernährungssicherheitsstufen (IPC) wurde am Montag gewarnt, dass eine halbe Million Menschen in dem Gebiet von Hunger bedroht sind.

Rik Peeperkorn von der WHO sagte, er habe in Kliniken Kinder gesehen, die Jahre jünger wirkten als ihr Alter. Er fügte hinzu, dass er ein Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen besucht habe, wo 11 Prozent der untersuchten Kinder an akuter Unterernährung litten.

- Was wir sehen, ist ein zunehmender Trend allgemeiner akuter Unterernährung. Ich sah ein Kind, das fünf Jahre alt war, aber man hätte gesagt, es sei zweieinhalb.

Ohne ausreichend nährstoffreiche Nahrung, sauberes Wasser und Zugang zu Gesundheitsversorgung werde eine ganze Generation dauerhaft betroffen sein, erklärte Peeperkorn auf einer Pressekonferenz per Video aus Deir al-Balah.

Dabei warnte er vor Wachstumsverzögerungen und beeinträchtigter kognitiver Entwicklung.

Israel hat die Hamas wiederholt beschuldigt, durch den Diebstahl von Hilfsgütern für Zivilisten den Hunger zu verursachen. Die Hamas weist diese Anschuldigung zurück.

- Aufgrund der Blockade hat die WHO nur genügend Vorräte, um 500 Kinder mit akuter Unterernährung zu behandeln, was nur ein kleiner Teil des Bedarfs ist.

Bereits 55 Kinder seien an akuter Unterernährung gestorben, sagte Peeperkorn und bezog sich dabei auf Daten des Gesundheitsministeriums von Gaza.

Der WHO-Beamte fügte hinzu, dass er in Krankenhäusern viele Kinder mit Krankheiten wie Gastroenteritis und Lungenentzündung gesehen habe, die aufgrund der durch den Hunger geschwächten Immunabwehr tödlich sein könnten.

- Normalerweise stirbt man nicht an Hunger. Man stirbt an den damit verbundenen Krankheiten, schloss Peeperkorn.

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