
(Patria) - Nach den heutigen unglücklichen Szenen im Pecara-Stadion und dem Schlagen und schließlich dem Ausschluss von FK Željezničar-Fans vom Spiel gegen Široki Brijeg hat sich FK Željezničar geäußert.
"In einer Zeit, in der der europäische Fußball auf höchste Sicherheitsstandards, Gleichbehandlung und Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung pocht, stellen die heutigen Ereignisse in Široki Brijeg einen ernsthaften Rückschritt und eine direkte Verletzung der Grundprinzipien dar, auf denen die Integrität des Sports beruht.
Der Fußballverein Željezničar äußert tiefe Besorgnis und verurteilt die heutigen Ereignisse im Spiel in Široki Brijeg aufs Schärfste, die eine ernsthafte Verletzung der grundlegenden Standards für Sicherheit, Verhältnismäßigkeit und den Umgang mit Fans im organisierten Sport darstellen.
Das Vorgehen von Offiziellen und lokalen Sicherheitskräften, einschließlich der Unterbrechung des Spiels und der zwangsweisen Entfernung unserer Fans ohne klare Rechtsgrundlage, sowie die offensichtliche und unverhältnismäßige Gewaltanwendung sind inakzeptabel und erfordern eine sofortige institutionelle Überprüfung", so die Botschaft.
FK Željezničar weist insbesondere auf die kontinuierliche und systematische Inkonsistenz bei der Anwendung von Standards hin.
"Während auf den Stadien in ganz Bosnien und Herzegowina regelmäßig extreme nationalistische Ausfälle, die Verherrlichung von Kriegsverbrechern und offene Gewaltaufrufe ohne angemessene Reaktion der zuständigen Behörden toleriert werden, wurden wir heute Zeugen einer drastischen und selektiven Intervention gegen unsere Fans wegen eines Inhalts, der keine Form von Hassrede oder einen Verstoß gegen Vorschriften darstellt.
Das Transparent, das Anlass für eine solche Reaktion war, stellt einen historischen und gesellschaftlichen Kontext im Zusammenhang mit der Reintegration eines Teils von Sarajevo dar, einschließlich des Gebiets des Grbavica-Stadions, und kann als solches nicht als Provokation oder Sicherheitsbedrohung eingestuft werden. Jede andere Auslegung stellt einen gefährlichen Präzedenzfall dar und greift direkt in das Recht auf würdige und legitime Äußerung des kollektiven Gedenkens ein.
Wir erinnern daran, dass FK Željezničar, das Grbavica-Stadion und unsere Fans zu den direkten Opfern der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina gehörten. Gerade aus diesem Grund halten wir jede Einschränkung des Rechts auf die Gedenkung historischer Fakten, die unseren Verein und unsere Stadt betreffen, für inakzeptabel.
Besorgniserregend ist zusätzlich die Tatsache, dass sich solche Vorfälle kontinuierlich ereignen, einschließlich des jüngsten Falls in Doboj, der ohne angemessene Reaktion der zuständigen Behörden verlief. Ein solches Vorgehen untergräbt ernsthaft das Vertrauen in das System und die Integrität des Wettbewerbs.
FK Željezničar erwartet eine sofortige, unabhängige und transparente Untersuchung, mit klarer Feststellung der individuellen und institutionellen Verantwortung. Vom Fußballverband von Bosnien und Herzegowina fordern wir eine unmissverständliche und entschlossene Reaktion im Einklang mit den Standards, die die UEFA und die internationale Sportregulierung vorschreiben.
Wir betonen, dass der Verein zum Schutz seiner Fans, seiner Integrität und seines Rufs alle verfügbaren rechtlichen und institutionellen Mechanismen prüfen wird, einschließlich der Anrufung relevanter internationaler Gremien.
FK Željezničar bleibt fest der Verteidigung seiner Werte verpflichtet und wird keine selektive Anwendung von Regeln oder irgendeine Form von institutioneller Ungerechtigkeit akzeptieren.
Abschließend danken wir NK Široki Brijeg für die faire Gastfreundschaft", so der Verein.
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