
(Patria) - Die slowenischen Minister für Justiz, Andreja Katič, und Inneres, Boštjan Poklukar, haben heute ihren Rücktritt eingereicht, nachdem vor einer Lokalität in Novo Mesto ein 48-jähriger Mann zu Tode geprügelt worden war.
Die Tötung ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag, nachdem der 48-Jährige auf Anruf seines Sohnes zu der Lokalität gekommen war, der ihn wegen Drohungen mehrerer Roma gerufen hatte.
Ersten Informationen zufolge wurde der Mann vor der Bar von einer Gruppe Roma verprügelt, die Polizei hat jedoch bisher im Zusammenhang mit dem Vorfall einen 20-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.
Dem angegriffenen Mann wurden schwere Kopfverletzungen zugefügt, an denen er später starb, berichtet RTV Slovenije.
- Mit meinem Rücktritt möchte ich zur Beruhigung der Lage beitragen. Jeder muss über seine eigene Verantwortung nachdenken - sagte Katič auf einer außerordentlichen Pressekonferenz.
Innenminister Boštjan Poklukar fügte hinzu, dass er "die objektive Verantwortung übernehme".
Auf der Konferenz sprach auch der slowenische Premierminister Robert Golob, der dringende Gesetzesänderungen in Bezug auf die Roma-Problematik und die Sicherheit ankündigte.
- Gewalt verschwindet nicht über Nacht. Sie entsteht in einem Umfeld, in dem der Strafe keine Tat folgt, in dem Gerechtigkeit verzögert wird und in dem Verantwortung ihren Sinn verliert. Das gestrige Ereignis hat uns alle erschüttert - sagte Golob.
Die slowenische Präsidentin Nataša Pirc Musar hat anlässlich des tragischen Ereignisses in Novo Mesto einen Antrag auf Abhaltung einer außerordentlichen Sitzung der Staatsversammlung (slowenisches Parlament) gestellt.
Der Vorsitzende der oppositionellen Slowenischen Demokratischen Partei, Janez Janša, rief zu einer Versammlung in Ljubljana auf, als Ausdruck der Unzufriedenheit über die Nichtlösung der Roma-Problematik.
Der Nationale Sicherheitsrat hat unter anderem beschlossen, zusätzliche Polizeikräfte nach Novo Mesto zu entsenden und bei Bedarf auch eine Spezialeinheit der Polizei zu schicken.
Der Vorsitzende des Rates der Roma-Gemeinschaft in Slowenien, Jožek Horvat Muc, verurteilte alle Gewaltakte sowie die Verletzung der Sicherheit und die Gefährdung des Lebens jedes Bürgers und sprach der Familie des Verstorbenen sein tiefstes Beileid aus.
Er fügte hinzu, dass sich die gesamte Roma-Gemeinschaft im Südosten Sloweniens bewusst sein müsse, dass alle Schritte unternommen werden müssten, um kriminelle Handlungen einzelner Personen aus der Roma-Gemeinschaft sofort zu stoppen.
Im Zentrum von Novo Mesto versammeln sich seit dem Morgen Bürger, die Kerzen für den getöteten Einwohner anzünden.
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