
(Patria) - Milorad Dodiks Auftritt in der Morgensendung von RTRs hat erneut die politische Praxis offengelegt, die längst die Grenzen der Anständigkeit und sogar des Gesetzes überschreitet. In nur einer Sendung schaffte es Dodik, Rassismus zu zeigen (indem er den britischen Minister David Lammy als "Schwarzen" bezeichnete), Islamophobie zu verbreiten und ethnische Hass zu schüren mit Behauptungen, dass Bosniaken "mehr bei den Ustascha waren als Kroaten".
Ramiz Salkić, Abgeordneter in der Nationalversammlung der Republika Srpska, warnt zu Recht, dass eine solche Rhetorik nicht das Produkt momentaner Nervosität oder eine Reaktion auf seine eigene verurteilende Entscheidung ist, sondern ein langjähriges und konsequentes politisches Projekt. Ein Projekt, das das klare Ziel hat, Hass aufrechtzuerhalten, den Völkermord zu leugnen, Kriegsverbrecher zu verherrlichen und die gesellschaftliche Heilung zu verhindern.
Dies ist keine politische "Hysterie", sondern eine systematische Vergiftung des öffentlichen Raums mit der Absicht, Spaltungen zu festigen und Versöhnung unmöglich zu machen. Wenn ein ideologischer Nachfolger der Politik, die den Völkermord geplant und begangen hat, die Opfer als Bedrohung ins Visier nimmt, ist das nicht nur moralisch abstoßend, sondern auch politisch gefährlich, da es die Tür für neue Verbrechen öffnet.
Besonders besorgniserregend ist das Ausbleiben jeglicher institutioneller Reaktion auf ein solches Ausmaß an Hassreden.
Ohne klare Sanktionen werden solche Auftritte normalisiert, und die Öffentlichkeit gewöhnt sich daran, dass Hass eine erlaubte Währung für das politische Überleben ist.
Dodiks Politik wird nicht von selbst aufhören. Sie wird zu bewusst geführt, als dass sie ohne entschlossene Reaktion verschwinden würde. Schweigen ist Mittäterschaft, und jede weitere Sendung ohne Konsequenzen zeigt, dass die Institutionen bereit sind zuzusehen, wie die Gesellschaft tiefer in Spaltungen versinkt, bis wir einen Punkt ohne Wiederkehr erreichen.
(A.Č.Z.)
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