
(Patria) - Der deutsche Eisenbahnbetreiber Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben eine Einigung über Gehälter erzielt, die monatelange Streiks im Land ausgelöst hat, teilte die Gewerkschaft am Montag mit.
„Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn haben eine Einigung über die Gehälter erzielt“,
heißt es in einer Mitteilung der GDL. Weitere Details werden auf einer Pressekonferenz heute bekannt gegeben, fügen sie hinzu.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte gegenüber AFP ebenfalls, dass eine Einigung erzielt wurde.
Die Lokführer hatten seit November sechsmal gestreikt, was zu erheblichen Störungen für viele Reisende führte. Die Streiks dauerten oft mehrere Tage und verursachten auch Störungen im Güterverkehr, wobei der letzte Ausstand Mitte März stattfand. Ende Januar war der Bahnverkehr auf dem nationalen Netz fünf Tage lang lahmgelegt, was einen der längsten Streiks in der Geschichte der Deutschen Bahn darstellte.
Die GDL forderte mehr Geld für ihre Mitglieder sowie eine 35-Stunden-Woche bei gleichem Lohn wie in der derzeitigen 38-Stunden-Woche. Die Deutsche Bahn bot zuletzt bis zu 13 Prozent mehr Lohn sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit ab 2026 auf 37 Stunden zu reduzieren.
Die größte europäische Volkswirtschaft sieht sich seit Monaten mit industriellen Krisen konfrontiert, da Arbeitnehmer und Management in mehreren Sektoren inmitten hoher Inflation und schwacher Geschäftsaktivität um Bedingungen ringen.
Die Streiks verschärften das düstere Wirtschaftsbild, wobei die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent schrumpfte. Die Ausfälle im letzten Jahr kosteten die Deutsche Bahn nach Schätzungen des Betreibers rund 200 Millionen Euro, der für 2023 insgesamt einen Nettoverlust von 2,35 Milliarden Euro verzeichnete.
Deutschland gehörte historisch zu den Ländern in Europa mit den wenigsten
Streiks. Doch seit Ende 2022 gibt es in dem Land zunehmende Unruhen bei den Arbeitnehmern, während die Reallöhne seit Beginn des Krieges in der Ukraine um vier Prozent gesunken sind.
Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa befindet sich ebenfalls im Lohnstreit mit dem Boden- und Kabinenpersonal. Mehrere Streiks haben den Betrieb der Gruppe in den letzten Wochen erheblich gestört und werden sich laut der Gruppenleitung auf die Ergebnisse des ersten Quartals auswirken. Auch das Flughafen-Sicherheitspersonal hat seit Januar mehrfach die Arbeit niedergelegt.
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