Ohne Polizisten an den Kreuzungen würden die modernen Ampelanlagen der Troika den Verkehr im Kanton Sarajevo zum Stillstand bringen!

Patria
AutorPatria
23:22
Podijeli:
Ohne Polizisten an den Kreuzungen würden die modernen Ampelanlagen der Troika den Verkehr im Kanton Sarajevo zum Stillstand bringen!

Schreibt: Rasim Belko

Früher konnte man in Sarajevo mit etwas Glück und einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h die grüne Welle erwischen und fast die halbe Stadt ohne Anhalten durchqueren.

Heute, dank der „modernen“ Ampeln, die uns die Troika-Regierung installiert hat, wirkt dieselbe Strecke wie ein Ausdauertest – für die Nerven, das Fahrzeug, den Treibstoff und die Zeit. Die Synchronisation ist offensichtlich in einer früheren Planungsphase steckengeblieben, denn in der Praxis existiert sie so gut wie gar nicht.

Das Paradoxon des modernen Sarajevo ist, dass der Verkehr nicht mehr von intelligenten Systemen geregelt wird, sondern von Verkehrspolizisten. Ihre tägliche Präsenz auf der Hauptverkehrsader der Stadt ist kein Zeichen effizienten Managements, sondern der beste Beweis dafür, dass das System nicht funktioniert. Gäbe es die Polizei nicht, wären die Staus wahrscheinlich ein totaler Kollaps, was nur bestätigt, wie „intelligent“ die intelligenten Ampeln wirklich sind.

Noch absurder ist, dass dasselbe Ampelnetz zuvor von derselben Firma gewartet wurde, zu einer Zeit, als die grüne Welle funktionierte und man sich deutlich normaler durch die Stadt bewegen konnte. Es stellt sich die logische Frage: Haben sie vergessen, wie man Ampeln einstellt, oder hat jemand bewusst entschieden, dass die Stadt langsamer werden muss? Und wem genau nützt das? Denn solche Staus sind kein Zufall, sie sind das Ergebnis schlechter Entscheidungen, schlechter Planung oder etwas Drittem.

Das Problem wird zusätzlich durch die Tatsache verschärft, dass die Ampeln an einigen der gefährlichsten Kreuzungen oft ausfallen oder komplett abgeschaltet werden, sodass bis zum Eintreffen der Polizei Chaos mit ernsthaftem Unfallrisiko herrscht. In einer Stadt, die mit „Modernisierung“ prahlt, bleibt die Verkehrssicherheit offensichtlich auf der Strecke.

Solche Staus schaden nicht nur den Nerven der Bürger, sondern auch der Wirtschaft. Arbeiter kommen zu spät zur Arbeit, Lieferungen verzögern sich, Treibstoff wird unnötig verbraucht, die Umweltverschmutzung steigt und die Produktivität sinkt. Die in den Kolonnen verlorene Zeit erstattet niemand – sie wird von den Bürgern, der Wirtschaft und letztlich der ganzen Stadt bezahlt. In einer Zeit, in der alle auf Effizienz und Entwicklung schwören, hat Sarajevo ein Verkehrssystem bekommen, das gegen seine eigenen Einwohner arbeitet.

Wenn dies jemandes Idee eines modernen Verkehrsmanagements ist, dann ist klar, dass der Kanton Sarajevo einen ernsthaften Schritt zurück gemacht hat.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Bürger des Kantons Sarajevo im Oktober 2026 der Troika-Regierung ein rotes Licht aufleuchten lassen. Andernfalls wird man vielleicht spezielle Ausschreibungen für neue Verkehrspolizisten ausschreiben müssen, denn nach dem Zustand der Straßen zu urteilen, vertraut niemand mehr ernsthaft den Ampeln.

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