
Schreibt: A. Čorbo-Zećo
Während sich die Republika Srpska auf vorgezogene Wahlen vorbereitet und die Öffentlichkeit die Kandidaten analysiert, insbesondere den Oppositionskandidaten Branko Blanuša, wurde ein Treffen in Mostar bezeichnend.
Denn das Treffen von Dragan Čović und Draško Stanivuković war nicht nur ein höflicher politischer Dialog über den „europäischen Weg Bosniens und der Herzegowina“ und die „Entblockung der Institutionen“, wie es in der Mitteilung der PDP klingt.
Hinter den sorgfältig gewählten Worten und der betonten Konstruktivität verbirgt sich eine neue Phase des alten Plans – des koordinierten Vorgehens von Zagreb und Belgrad bei dem Versuch, Bosnien und Herzegowina nach ihren Interessen neu zu gestalten. Die HDZ BiH hatte die Gelegenheit, die Prozesse zu entblocken, als die Troika mit der Opposition aus der RS plante, die SNSD aus dem Ministerrat von Bosnien und Herzegowina auszuschließen. Sie taten dies nicht, Borjana Krišto erlaubt nicht einmal die Ernennung des Sicherheitsministers. Daher ist die Geschichte mit Stanivuković über eine angebliche Entblockung der staatlichen Institutionen nur ein erneuter Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen.
Čović, der seit Jahren unter dem Deckmantel der „legitimen Vertretung der Kroaten“ ein Modell befürwortet, das faktisch zur ethnischen Teilung des Landes führt, sucht nun offensichtlich neue Partner außerhalb von Milorad Dodik.
Stanivuković, politisch ehrgeizig und ideologisch instabil (aber stets auf der Seite Belgrads), hat sich als williger Schüler erwiesen, als jemand, der ein „frisches Gesicht“ und einen „gemäßigteren Ton“ bieten kann, im Kern aber die Politik fortsetzt, die der Zersetzung Bosniens und der Herzegowina dient.
Die Botschaften über „Zusammenarbeit, Dialog und den europäischen Weg“ sind nur eine neue Rhetorik für alte Ziele. Wenn Stanivuković von der Unterstützung für Änderungen des Wahlgesetzes gemäß Čovićs Forderungen spricht, begibt er sich tatsächlich in ein politisches Arrangement, das längst im Dreieck Zagreb–Mostar–Belgrad vorgezeichnet ist.
Interessant ist auch, dass sich diese neue Achse in einem Moment bildet, in dem Milorad Dodik unter internationalem Druck steht, ihm aber, wie es scheint, Raum gelassen wird, sich zu „konsolidieren“.
Denn er kann Präsident der SNSD bleiben und damit im politischen Leben verbleiben.
Während Dodik destabilisierenden Druck auf den Staat ausübt, bauen Čović und Stanivuković das Bild eines „gemäßigten Dialogs“ auf, der das wahre Wesen des Prozesses verschleiern soll.
Bosnien und Herzegowina sieht sich, zum x-ten Mal, mit einem Versuch der politischen Neupaketierung konfrontiert: Die einen drohen mit Sezession, die anderen präsentieren sich als Reformer, und alle arbeiten gemeinsam auf dasselbe Ziel hin – die Schwächung der staatlichen Souveränität, natürlich mit tatkräftiger Hilfe von Zagreb und Belgrad.
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