
Der Direktor des Internationalen Instituts für Nahost- und Balkanstudien (IFIMES) Ljubljana, M.Sc. Zijad Bećirović, analysierte die Nichtannahme der Srebrenica-Resolution im UN-Sicherheitsrat, schreibt die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria.
Bećirović ist der Ansicht, dass Serbien von Russland ausgenutzt wurde und nicht umgekehrt.
- Die Demonstration russischer Muskeln auf dem Balkan war das Letzte, was Serbien brauchte. Die Rechnung werden die Bürger Serbiens bezahlen, und mit diesem Schritt hat Milorad Dodik höchstwahrscheinlich die politische Demontage der Republika Srpska (RS) eingeleitet. Der Vorschlag der britischen Resolution, in der keine Staaten oder Völker außer denen, die sich selbst in der Resolution wiedererkannten, erwähnt wurden, diente Russland dazu, Serbien in eine russische Provinz zu verwandeln. Mit Tomislav Nikolić und Dodik besteht die reale Chance auf eine politische Krise, ähnlich der vom Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, da beide die Reinkarnation von Slobodan Milošević und Radovan Karadžić darstellen.
In einem solchen Klima besteht eine reale Gefahr für Bosnien und Herzegowina und für dessen bevölkerungsreichstes Volk. Der UN-Sicherheitsrat hat durch die Nichtannahme der britischen Resolution gezeigt, dass ein Szenario für Bosnien und Herzegowina möglich ist, ähnlich dem damaligen Szenario für die ehemalige SFRJ, d.h. dass versucht werden könnte, die Auflösung von Bosnien und Herzegowina und damit mögliche neue Verbrechen zu wiederholen. Bosnien und Herzegowina muss dringend NATO-Mitglied werden. Ohne die NATO ist die Zukunft von Bosnien und Herzegowina ziemlich ungewiss, und auch andere Länder in der Umgebung müssen beschleunigt NATO-Mitglieder werden.
Es ist bekannt, dass Serbien Beobachter im Militärbündnis ist, das Russland mit mehreren Staaten der ehemaligen UdSSR gebildet hat. Für Dragan Čović (HDZ) aus Bosnien und Herzegowina muss klar sein, dass er nicht auf der Seite Russlands bzw. Dodiks in Bosnien und Herzegowina stehen kann. Čović untergräbt mit seinem politischen Handeln direkt auch die Republik Kroatien. Die britische Resolution hat nur gezeigt, dass Bosnien und Herzegowina in großer Gefahr ist, und die politische Führung, die die Mitgliedschaft in der EU und der NATO unterstützt, insbesondere die Bosniaken, muss weiterarbeiten und auf einen beschleunigten Beitritt zur NATO drängen. Der russische Einspruch ist eine „Belohnung“ für Serbien und die Republika Srpska für die Ablehnung bzw. die Obstruktion des Beitritts zum NATO-Bündnis. Diese „Belohnung“ kann sich in eine „Strafe“ verwandeln.
Die Nichtannahme der britischen Resolution hat weitaus größere Reaktionen hervorgerufen, als es bei der Annahme der Resolution selbst der Fall gewesen wäre, und das ist sehr wichtig, denn diejenigen, die glauben, durch die Verhängung des russischen Vetos einen Sieg errungen zu haben, sind im Grunde die größten Verlierer.
Besonders wichtig sind die angenommene Resolution zur Srebrenica des Europäischen Parlaments (EP) und des US-Kongresses sowie die Urteile des Haager Tribunals (ICTY) und des Internationalen Gerichtshofs (IJC), die den begangenen Völkermord in Srebrenica gerichtlich bewiesen haben, was durch den russischen Einspruch selbst noch verstärkt wird, der Russland in der internationalen Gemeinschaft weiter diskreditiert, da es die Entscheidungen des ICTY und des IJC nicht respektiert, deren Mitbegründer es selbst war. Russland verletzt somit weiterhin das Völkerrecht, so wie es kürzlich illegal und entgegen dem Völkerrecht die Krim annektiert hat.
Die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat hat gezeigt, dass diese Organisation eine gründliche Reform durchführen muss. Darauf bestehen insbesondere Deutschland, Indien und Brasilien. Es ist notwendig, auch den UN-Sicherheitsrat zu reformieren und insbesondere die Frage des (Miss-)Gebrauchs des Vetorechts zu klären. Die UN wurde 1945 gegründet und handelt sich um eine starre und veraltete Organisation, die den Bedürfnissen und modernen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Seit 1945 hat sich vieles geändert, und die Reform muss den realen Zustand der Weltgemeinschaft widerspiegeln und beinhalten. So haben wir beispielsweise im UN-Sicherheitsrat keinen Vertreter Afrikas, Lateinamerikas oder der islamischen Länder.
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