Österreich wählt heute, und die extreme Rechte peilt einen historischen Sieg an

Patria
AutorPatria
09:00
Podijeli:
Österreich wählt heute, und die extreme Rechte peilt einen historischen Sieg an

(Patria) - Die Österreicher wählen heute ein neues Parlament, und die rechtsextreme Freiheitliche Partei (FPÖ) strebt ihren ersten Sieg bei den Parlamentswahlen im Rennen gegen die regierenden Konservativen an, bei dem wirtschaftliche Sorgen und Einwanderung im Vordergrund standen, berichtete Reuters.

Nachdem die FPÖ monatelang in den Meinungsumfragen geführt hatte, schrumpfte ihr Vorsprung vor der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) auf fast Null, da Bundeskanzler Karl Nehammer sich als Staatsmann präsentierte und seinen Rivalen, den FPÖ-Vorsitzenden Herbert Kickl, als giftige Bedrohung darstellte.

Wer auch immer gewinnt, wird keine absolute Mehrheit erreichen, zeigen die Umfragen, wird aber das Recht beanspruchen, eine Koalitionsregierung zu führen. Hochrechnungen werden wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale um 17 Uhr erwartet.

„Es geht darum, ob die FPÖ den Bundeskanzler stellen wird oder nicht“, sagt Kathrin Stainer-
Haemmerle, Professorin für Politikwissenschaft an der Kärntner Fachhochschule.

„Wenn das passiert, dann muss ich sagen, dass die Rolle Österreichs in der Europäischen Union eine deutlich andere sein wird. Kickl hat oft gesagt, dass (der ungarische Premierminister) Viktor Orban sein Vorbild sei und er ihm zur Seite stehen werde“, fügte sie hinzu.

Die europaskeptische, Russland-freundliche FPÖ, die den Islam kritisiert und strengere Regeln für Asylbewerber verspricht, gewann erstmals auf nationaler Ebene im Juni bei den Europawahlen mit weniger als einem Prozentpunkt vor der ÖVP.

Ein Sieg der FPÖ würde Österreich zum neuesten Land der Europäischen Union machen, das nach den Niederlanden, Frankreich und Deutschland einen wachsenden Zuspruch für die extreme Rechte verzeichnet.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der die Regierungsbildung überwacht, hat Vorbehalte gegenüber der FPÖ geäußert, wegen ihrer Kritik an der EU und ihres Versäumnisses, die russische Invasion in der Ukraine zu verurteilen. Die Partei lehnt auch EU-Sanktionen gegen Moskau ab und beruft sich auf die Neutralität Österreichs.

Er deutete an, dass er Kickl behindern könnte, und betonte, dass die Verfassung ihn nicht zwinge, die stimmenstärkste Partei mit der Regierungsbildung zu beauftragen, obwohl dies lange Zeit üblich war.

Die ÖVP, die wie die FPÖ strengere Einwanderungsregeln und Steuersenkungen befürwortet, ist die einzige Partei, die offen für eine Koalition mit der rechtsextremen Partei ist. Umfragen zeigen, dass sie gemeinsam eine Mehrheit erreichen könnten, aber Nehammer sagt, seine Partei werde keiner Regierung beitreten, in der Kickl sitzt.

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