Zvizdić schrieb Plenkoviću: Grenze und Korridor zum offenen Meer, erst dann die Pelješac-Brücke

Patria
AutorPatria
15:41
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Zvizdić schrieb Plenkoviću: Grenze und Korridor zum offenen Meer, erst dann die Pelješac-Brücke

Der bosnisch-herzegowinische Premierminister Denis Zvizdić hat dem kroatischen Premierminister Andrej Plenković ein Schreiben geschickt, in dem er ihn darüber informierte, dass keine Regierungsbehörde in Bosnien und Herzegowina jemals die formelle Zustimmung zum Bau der Pelješac-Brücke gegeben hat. Zvizdić führt in dem Schreiben auch an, dass die Festlegung der zwischenstaatlichen Grenze zu Lande und zu Wasser eine notwendige Bedingung für die Realisierung eines solchen Projekts ist.

„Ich lade Sie ein, so bald wie möglich ein Treffen auf Fach- und Exekutivebene abzuhalten und mögliche Lösungsmodelle für diese Frage zur beiderseitigen Zufriedenheit zu erörtern“, teilte Zvizdić dem Präsidenten der kroatischen Regierung mit.

Die stellvertretenden Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer und des Hauses der Völker der Parlamentarischen Versammlung von BiH, Šefik Džaferović und Safet Softić, haben zuvor ein Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, geschickt, in dem sie die Einstellung der Bauarbeiten an der Pelješac-Brücke fordern, bis die Streitigkeit zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien beigelegt ist.

In dem Schreiben wird die Europäische Kommission aufgefordert, zwischen den beiden Ländern zu vermitteln, so dass Bosnien und Herzegowina zuerst freien Zugang zum offenen Meer erhält, wonach Kroatien die Möglichkeiten für den Brückenbau prüfen kann.

Der Bau der Pelješac-Brücke in der Bucht von Mali Ston, mit der Kroatien die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mit dem Festland verbinden will, würde Bosnien und Herzegowina den Zugang zum offenen Meer versperren, was einen Verstoß gegen die UN-Seerechtskonvention darstellen würde.

Auch Denis Zvizdić erinnert in seinem Schreiben den kroatischen Premierminister an Fakten wie die Tatsache, dass der 1999 unterzeichnete Vertrag über die Staatsgrenze niemals ratifiziert wurde und daher keine rechtliche Bedeutung hat, sowie dass das Präsidium von Bosnien und Herzegowina 2007 einen Beschluss angenommen hat, der sich gegen den Bau der Brücke ausspricht, bis die offenen Grenzfragen mit Kroatien geklärt sind. Danach wurde kein Akt verabschiedet, der diesen Beschluss geändert oder aufgehoben hätte.

Neu in Zvizdićs Schreiben ist auch die Auslegung der Bedeutung des Dokuments mit dem Titel „Abgestimmtes Protokoll“ aus dem Treffen von Expertengruppen, die vom Ministerrat und der damaligen kroatischen Regierung im Jahr 2006 ernannt wurden und bei denen technische Fragen im Zusammenhang mit dem Bau der Pelješac-Brücke erörtert wurden.

„Ich glaube, Ihnen ist bekannt, dass die Verifizierung der auf diesem Treffen von der bosnisch-herzegowinischen Seite vertretenen Standpunkte von deren Genehmigung durch den Ministerrat von Bosnien und Herzegowina abhängig ist, was in Punkt 5 des beiderseitig paraphierten Sitzungsprotokolls festgestellt wurde. Der Ministerrat hat, worüber die kroatische Regierung informiert wurde, niemals die Zustimmung zu dem sogenannten Abgestimmten Protokoll, d. h. zu den Standpunkten der Expertengruppen, gegeben“, schrieb Zvizdić und erklärte damit, dass auch die Vereinbarung über die Abmessungen der Brücke, die den Zugang von Schiffen zur Bucht von Neum sicherstellen sollen, nicht gültig ist.

Zvizdić schließt daraus, dass es klar ist, dass keine Regierungsbehörde in Bosnien und Herzegowina im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Befugnisse die Zustimmung zur Annahme oder Unterzeichnung eines Dokuments mit Kroatien im Zusammenhang mit dem Bau der Pelješac-Brücke gegeben hat. Um das entstandene Problem im Interesse beider Länder zu lösen, schlug Zvizdić die Ergreifung von Schritten vor, um die Gesamtgrenzziehung zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien zu vereinbaren, mit Schwerpunkt auf der Seegrenze.

„Die schnelle und erfolgreiche Ratifizierung des Vertrages über die Staatsgrenze zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien wäre die beste Bestätigung des beiderseitigen Engagements und des positiven politischen Willens guter bisheriger und zukünftiger nachbarschaftlicher Beziehungen, die auf der Achtung der Souveränität, der territorialen Integrität, der gegenseitigen Achtung und der Einhaltung der Normen des Völkerrechts basieren“, heißt es in Zvizdićs Schreiben an Plenković, berichtet Patria.

 

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