Wissen Sie, wie hoch die Gehälter der Lufthansa-Piloten sind?

Patria
AutorPatria
08:33
Podijeli:
Wissen Sie, wie hoch die Gehälter der Lufthansa-Piloten sind?

(Patria) - Trotz hoher Einkommen und des Status als einige der bestbezahlten Piloten Europas sind die Piloten des deutschen Giganten Lufthansa in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in den Streik getreten.

Hauptgrund für den Konflikt mit der Geschäftsführung sind nicht die Gehälter, sondern die Beiträge zur Altersvorsorge, die die Gewerkschaft als unzureichend erachtet.

Die Pilotengewerkschaft, die Vereinigung Cockpit, behauptet, dass der Arbeitgeber nicht genug in die Pensionsfonds der Angestellten investiert.

Die Geschäftsführung warnt ihrerseits, dass zusätzliche Kosten die langfristige Stabilität des Unternehmens gefährden könnten.

Michael Niggemann, Mitglied des Vorstands für Personalwesen, erklärte, dass Lufthansa bereits im Vergleich zur Konkurrenz Spitzenbedingungen biete und dass eine weitere Erhöhung der Leistungen die Zukunft des Unternehmens negativ beeinflussen könnte, schreibt das Handelsblatt.

Eine ähnliche Haltung vertritt auch Geschäftsführer Jens Ritter, der hervorhebt, dass die Piloten der Muttergesellschaft bereits die besten Bedingungen innerhalb der gesamten Gruppe hätten und daher neue Streiks nicht gerechtfertigt seien.

Die Gehälter der Lufthansa-Piloten gehören zu den höchsten in der Branche. Ein Copilot beginnt mit einem Jahresgehalt von rund 88.600 Euro, während Kapitäne mit langjähriger Erfahrung über 280.000 Euro erreichen können.

In einigen Fällen können die Gesamteinnahmen mit Zulagen und Boni 300.000 Euro pro Jahr übersteigen.

Zum Vergleich: Piloten von Eurowings, ebenfalls im Besitz der Lufthansa, starten mit rund 70.200 Euro, und die maximalen Gehälter der Kapitäne erreichen rund 200.000 Euro.

Die Unterschiede ergeben sich aus mehreren Faktoren – Dienstalter, Flugzeugtyp und Anzahl der Flugstunden.

Der Weg ins Cockpit ist nicht billig. Die Ausbildung an der European Flight Academy kostet rund 120.000 Euro.

Ein neues Finanzierungsmodell erleichtert jedoch den Einstieg in den Beruf – Kandidaten müssen nur rund 10.000 Euro Eigenmittel aufbringen, während der Rest vom Unternehmen finanziert und nach der Anstellung schrittweise zurückgezahlt wird.

Experten warnen vor Unterschieden innerhalb der Lufthansa-Gruppe selbst.

Der Luftfahrtanalyst Gerald Wissel ist der Ansicht, dass es ein „Zwei-Klassen-System“ gibt, in dem die Piloten der Muttergesellschaft deutlich bessere Bedingungen haben als ihre Kollegen in anderen Teilen der Gruppe.

Darüber hinaus versucht das Unternehmen, Kosten zu senken, indem es Teile des Betriebs auf die neue Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines verlagert, wo die Arbeitsbedingungen anders gestaltet sind.

Neben finanziellen Fragen sehen sich die Piloten auch mit einer wachsenden administrativen Belastung und einem geringeren Einfluss auf den Flugplan konfrontiert, was trotz hoher Einkommen die Unzufriedenheit weiter erhöht.

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