Ihr Leben dem Sammeln von Schultaschen für Kinder aus Bosnien und Herzegowina gewidmet: Bisher 10.000 Pakete überreicht

Patria
AutorPatria
11:30
Podijeli:
Ihr Leben dem Sammeln von Schultaschen für Kinder aus Bosnien und Herzegowina gewidmet: Bisher 10.000 Pakete überreicht

Kemals Frau Amra wollte ein paar Schultaschen für arme Kinder nach Bosnien und Herzegowina schicken. Doch als ihre Freunde davon hörten, wollten sie sich ihrer Idee anschließen. Aus ein paar Schultaschen mit Zubehör wurde plötzlich ein großes humanitäres Projekt, über das kürzlich die 10.000ste Tasche, oder sogar mehr, an Kinder in BiH geliefert wurde.

- Alles begann 2010 als private Initiative meiner Frau Amra und mir. Wir meldeten unseren Sohn Alen in der Schule an und kamen mit den ersten Kosten für die Schulbildung der Kinder in Berührung. Wir mussten Schultaschen, Zubehör, Ausrüstung usw. kaufen. Das brachte mich zum Nachdenken über die Kinder in Bosnien und Herzegowina, deren Eltern ihnen nicht alles Notwendige für die Schule besorgen können – sagte Kemal Smajić (35) gegenüber der bosnisch-herzegowinischen Nachrichtenagentur Patria. Seine Familie engagierte sich bereits zuvor in verschiedenen humanitären Aktionen, die Menschen in BiH halfen, aber dies war ihr erstes persönliches Projekt, auf das sie heute am stolzesten sind und das sich jeden Tag weiter ausbreitet.

- An diesem Sommer schickten wir Taschen und Zubehör für vier weitere Schulen in Voljic bei Gornji Vakuf, Ilidža, Kozarac und Divić bei Zvornik. Bei der Anschaffung der Taschen half uns die Familie und enge Freunde.

Kemal wurde in Zvornik geboren. Doch als 1992 der letzte serbische Angriff auf Bosnien und Herzegowina begann, zog er mit seiner Familie nach Österreich. Heute ist er ein erfolgreicher Manager bei der österreichischen Post. Bosnien und Herzegowina steht jedoch immer an erster Stelle in seinem Herzen.

Im Februar 2011 gründeten Kemal und seine Freunde den Verein „Futurebag – Torba Za Budućnost“. Der Verein hat seinen Sitz in Wien. Am Anfang zählte er nur vier Mitglieder, heute ist es ein Projekt, das fast 30 Menschen vereint, die jährlich Tausende von Taschen für Kinder in BiH versenden.

Das Geld für die Schultaschen sammeln Kemal und seine Mitstreiter meist durch Benefizkonzerte, die sie in Österreich organisieren.

Dabei handelt es sich hauptsächlich um Sevdalinka-Konzerte. Und damit alles noch mehr Sinn ergibt, haben sie innerhalb des Vereins ein separates Projekt namens „Wiener Sevdah“ ins Leben gerufen, im Rahmen dessen sie Sevdalinka-Konzerte in Österreich organisieren. Die Anschaffung von Taschen und Schulmaterial für die Kinder Bosniens und Herzegowinas wird heute hauptsächlich aus dem Verkauf von Eintrittskarten für diese Konzerte finanziert.

Das letzte Konzert fand am vergangenen Samstag statt, als die Sevdalinka-Gruppe Halka einen spektakulären Auftritt zeigte. Zuvor traten für das Projekt Damir Imamović, Vanja Muhović, Amira Medunjanin und die Gruppe Divanhana auf, und das für sehr geringe Honorare, damit möglichst viel Geld für den Kauf von Taschen übrig bleibt.

- Kulturelle Veranstaltungen der bosnisch-herzegowinischen Diaspora in Wien, sowie in vielen Städten Europas, sind auf ein Minimum reduziert. Deshalb wollten wir Angenehmes mit Nützlichem im ehrenamtlichen humanitären Einsatz verbinden. Durch Sevdalinka-Konzerte präsentieren wir Bosnien und Herzegowina im bestmöglichen Licht, und mit dem Geld, das durch den Kartenverkauf eingenommen wird, kaufen wir Taschen für unsere Kinder in BiH – sagt Kemal für Patria.

- Alle Menschen im Verein arbeiten völlig ehrenamtlich. Selbst diejenigen, die bei der Organisation von Konzerten mithelfen, Ordnerdienste leisten oder Ähnliches, kaufen Karten wie alle anderen Gäste auch. Dies ist ein Projekt, in dem wir uns selbst einbringen – fügt er hinzu.

Die Mitglieder des Vereins „Futurebag – Torba Za Budućnost“ liefern die Schulpakete direkt an die lokalen Schulen, da sie auf diese Weise jegliche Machenschaften mit lokalen oder höheren Behörden in BiH vermeiden wollen. Bisher besuchten sie Schulen in allen Teilen des Landes, von Srebrenica im Osten BiH bis Bužim im äußersten Nordwesten. Sie achten nicht auf die Religionszugehörigkeit der Kinder. Geschenke erhalten gleichermaßen bosniakische, serbische und kroatische Schüler, schreibt Patria.

 

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