
SARAJEVO, (Patria) - Deutschland sei nicht gut vorbereitet an die Ernennung von Christian Schmidt zum Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina herangegangen, meint der politische Analyst Bodo Weber, der im Gespräch mit N1 erklärte, dass in BiH internationale Akteure dominieren, die Privatpolitik betreiben.
„Die Kanzlerin und Herr Schmidt sind in die Idee seiner Kandidatur eingestiegen, ohne ein klares Bild von dem, was in Bosnien und Herzegowina geschieht, insbesondere ohne ein klares Bild der internationalen Akteure“, sagte Weber.
Dieser deutsche Balkanexperte ging besonders auf die Arbeit des EU-Vertreters bei den Änderungen des Wahlgesetzes von BiH ein, die sich in den letzten Monaten intensiviert haben.
„Die internationalen Akteure sind antiwestlich und haben sich völlig der Kontrolle entzogen. Eichhorst und Sattler betreiben völlig ihre eigene Privatpolitik im Verhältnis zu den Hauptstädten“, meint Weber.
Mit Blick auf das Engagement des US-Gesandten Matthew Palmer sagt Weber, dass dieser die Politik Trumps fortsetze. Das gesamte Projekt habe sich, so Weber, in ein persönliches Projekt verwandelt, dem sich, wie er angibt, niemand im State Department widersetze.
„Herr Palmer betreibt eine Privatpolitik, deren Endziel ein schmutziger Deal ist“, schließt Weber.
Schließlich kommt Weber zu dem Schluss, dass mit dem Scheitern der Verhandlungen zum Wahlgesetz auch der US-Unterhändler Palmer gehen werde und dass danach eine stärkere Politik der neuen US-Administration einsetzen werde.
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