Vučić und Dodik auf taktischer Distanz: Milorad dankt Kroatien in neuer Phase des regionalen Spiels

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18:21
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Vučić und Dodik auf taktischer Distanz: Milorad dankt Kroatien in neuer Phase des regionalen Spiels

Geschrieben von: A. Čorbo-Zećo


Die politische Symbiose von Aleksandar Vučić und Milorad Dodik, die jahrelang unzerbrechlich schien, zeigt in den letzten Tagen erste ernsthafte Risse. Während Vučić sich in Kommentaren zur Situation in Bosnien und Herzegowina immer zurückhaltender äußert und offensichtlich versucht, den Ton gegenüber dem Westen zu mäßigen, wendet sich Dodik paradoxerweise Kroatien zu und dankt Zagreb für seine „prinzipientreue Haltung“ im UN-Sicherheitsrat.


Das zu den Behauptungen der „Troika“, sie habe die Partnerschaft zwischen HDZ und SNSD erfolgreich beendet.

Vučićs Aussage, „wissen Sie, dass derjenige, den die Kroaten loben, nichts Gutes für das serbische Volk tut“, wird in regionalen politischen Kreisen als klare Botschaft an Dodik selbst interpretiert. Denn während Vučić versucht, das Image eines stabilisierenden Balkanführers zu wahren, wird Dodik mit seinen Äußerungen und ständigen Konflikten mit der internationalen Gemeinschaft für Belgrad zunehmend zur Last.

Dodik nutzt die neue Situation, um zu zeigen, dass er nicht isoliert ist. Sein „Dank an Kroatien“ ist keine diplomatische Höflichkeit, sondern eine politische Botschaft an Vučić, aber auch an die Troika: „Ich bin nicht mehr nur von Belgrad abhängig.“ Denn realistischerweise kann Zagreb über Brüssel alles erledigen, was es will. Das wissen wir aus der Arbeit von Christian Schmidt.

Dank Kroatiens versucht Dodik, sein Narrativ vom „gleichberechtigten Dialog der konstituierenden Völker“ zu legitimieren, da dieses Konzept auch der kroatischen Politik gegenüber BiH entspricht. In diesem Dreieck Dodik–Čović–Zagreb sieht er eine Chance, den Druck sowohl aus Belgrad als auch aus dem Westen auszubalancieren, der ihm immer wohlgesonnener gegenübersteht.

Was jetzt geschieht, ist kein dramatischer Bruch, sondern eine taktische Korrektur der Beziehungen. Vučić verteidigt Dodik nicht mehr, nutzt ihn aber weiterhin als Ventil, durch das er nationalistische Botschaften verbreiten kann, und hat immer Alternativen in Reserve, wie zum Beispiel derzeit Draško Stanivuković. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass Dodik zu einem „gemäßigten“ Führer wird und die Opposition seinen heutigen Kurs einschlägt.

Für Dodik bedeutet dies den Verlust einer politischen Stütze, die ihm jahrelang Sicherheit und Legitimität garantiert hat. Deshalb versucht er, neue Unterstützungsadressen von Zagreb über Moskau bis Washington zu finden.

Symbolisch gesehen markiert der Moment, in dem Dodik Kroatien dankt und Vučić ihn sarkastisch öffentlich warnt, das Ende der politischen Idylle zwischen den beiden „Brüdern“, wie sie sich gerne selbst bezeichnen.

Die Achse, die jahrelang auf gegenseitigem Interesse funktionierte, verwandelt sich nun in ein kaltes, vorsichtiges Bündnis, in dem jede Seite versucht, den politischen Druck von außen zu überstehen und die Macht im eigenen Land zu erhalten.

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