
(Patria) - Der Vorsitzende der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) und Verteidigungsminister Serbiens, Miloš Vučević, erklärte heute, er habe sich für eine Erhöhung der Wahlhürde ausgesprochen, fügte jedoch hinzu, dass es keinen politischen Willen gab, dies zu tun.
Im Gespräch mit TV Prva sagte Vučević, dass die Hürde bei den bevorstehenden Wahlen bei drei Prozent bleiben werde.
- Ich habe den Staatspräsidenten Aleksandar Vučić so verstanden, dass es nicht legitim ist, dies im Vorfeld der Wahlen zu tun, aber ich halte es für unfair, dass wir die Hürde auf drei Prozent gesenkt haben. Aber wir gehen mit diesen Bedingungen in die Wahlen – sagte Vučević.
Er wies darauf hin, dass es für jemanden von außen vorteilhaft sei, dass die politische Szene in Serbien stärker fragmentiert sei, da es, so Vučević, leichter zu steuern sei, wenn keine politische Stabilität herrsche.
Vučić sagte Mitte Oktober, dass vorgezogene Parlamentswahlen in Serbien am 17. Dezember stattfinden würden. Am selben Tag sollen auch Wahlen für das Provinzparlament der Vojvodina sowie Wahlen in Belgrad stattfinden.
Vučić, der gemäß der Verfassung als Präsident der Republik Parlamentswahlen ausruft, hat dies noch nicht offiziell getan. Die Frist dafür ist der 2. November.
Snežana Paunović, Vorsitzende der Fraktion der Sozialistischen Partei Serbiens, die Teil der Regierungskoalition mit der SNS ist, erklärte am 18. Oktober, dass die SPS die Senkung der Hürde auf drei Prozent als Fehler betrachte.
Bei dieser Gelegenheit fügte sie hinzu, dass es „für eine Änderung des Wahlgesetzes zu spät sei, wenn die Wahlen am 17. Dezember stattfinden“.
Die Hürde für den Einzug ins Parlament wurde im Februar 2020 von fünf auf drei Prozent gesenkt. Die SNS bestand zwei Monate vor den Parlamentswahlen am 26. April 2020 auf der Senkung der Wahlhürde.
Grund für diese Entscheidung war die Entscheidung mehrerer Oppositionsparteien, die Wahlen wegen, wie sie erklärten, schlechter Wahlbedingungen zu boykottieren.
Die Wahlen wurden damals unter anderem vom Bund für Serbien boykottiert, einer breiten Koalition, die aus zehn Parteien und Bewegungen aus dem linken und rechten politischen Spektrum bestand.
Die Regierung stellte die Senkung der Wahlhürde damals als Entgegenkommen gegenüber ihren politischen Gegnern dar und gab an, dass diese Entscheidung ihnen am meisten schade.
Für die Senkung der Hürde im Rahmen der Änderungen des Gesetzes über die Wahl der Volksabgeordneten stimmten damals 156 von 160 anwesenden Abgeordneten in der Versammlung, schreibt RSE.
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