
Der Vertreter der Regierung der Föderation BiH hat auf der wiederholten (außerordentlichen) Hauptversammlung der Aktionäre der BH Telecom, die am 9. April dieses Jahres stattfand, den Dreijahres-Geschäftsplan der BH Telecom zu Fall gebracht und damit den Plan zum Kauf von Telemach in Bosnien und Herzegowina und Montenegro gefährdet.
Teilnahme- und Stimmrecht hatten 7.775 Aktionäre mit insgesamt 63.457.358 Aktien. Die Anmeldung zur Teilnahme an der Sitzung reichten 10 Aktionäre/Stimmrechtsvertreter mit 57.833.420 Aktien ein, was 91 Prozent der Gesamtzahl der stimmberechtigten Aktien entsprach. Mehrheitseigentümer der BH Telecom ist die Regierung der Föderation BiH mit einem Anteil von 90 Prozent, sodass die Stimme ihres Vertreters das Urteil war.
Die Sitzung konnte längere Zeit nicht stattfinden, da kein Quorum vorhanden war, und zwar aufgrund des Fernbleibens des Vertreters der Regierung der Föderation BiH, schreibt Istraga.ba.
„'Für' die Annahme des Beschlusses zur Verabschiedung des Dreijahres-Geschäftsplans der Aktiengesellschaft BH Telecom Sarajevo für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis 31.12.2027 stimmten 238.960 Aktien oder 0,4132 %. 'Gegen' stimmten 57.194.593 Aktien oder 98,8982 %“, heißt es in dem auf der Website der BH Telecom veröffentlichten Bericht.
Diese Entscheidung der Aktionäre gefährdete den Plan zum Kauf von Telemach, ein Prozess, der im Januar dieses Jahres mit einem Antrag an den Wettbewerbsrat von BiH formal eingeleitet wurde. Der Plan sah vor, dass BH Telecom Telemach BiH und Telemach Montenegro übernimmt, wodurch dieses bosnisch-herzegowinische Unternehmen seine Geschäftstätigkeit über die Landesgrenzen hinaus ausweiten würde. Der derzeitige Direktor der BH Telecom, Amel Kovačević, der den Kaufprozess von Telemach leitet, wurde von der derzeitigen Regierung der Föderation BiH ernannt, was darauf hindeutet, dass es innerhalb der Entitätsbehörden selbst Meinungsverschiedenheiten zu dieser Frage gibt, da der Vertreter der Regierung der Föderation BiH den Dreijahres-Geschäftsplan zu Fall gebracht hat.
Ein zusätzliches Problem für die BH Telecom im Hinblick auf den Plan zum Kauf von Telemach in BiH und Montenegro sind die Umstrukturierungen bei Telemach selbst, wo es im Juni zur Ablösung des Gründers und Miteigentümers der United Group, Dragan Šolak, von der Position des Vorsitzenden des Beirats sowie von Victoria Boklag, die sich auf der Position der Vorstandsvorsitzenden befand, kam.
Šolak hat in der Zwischenzeit von der niederländischen Industrie- und Handelskammer beim Berufungsgericht in Amsterdam die Einleitung einer Untersuchung wegen, wie er angab, einer schweren Führungskrise beantragt. Er gab an, dass er und Boklag als ein Akt der „Rache“ entlassen wurden, weil er zuvor seinen bisherigen Partner, die Firma BC Partners, verklagt hatte, da diese ihm den Prozentsatz aus dem Verkauf von Unternehmen in Serbien nicht ausgezahlt hatte.
Anlässlich all dessen äußerten sich die Direktoren und Chefredakteure der regionalen Medien, die im Rahmen der United Group tätig sind, in einem Schreiben, das sie an BC Partners sandten.
„Diese Entscheidung hat bei Journalisten und Redakteuren in unserem gesamten Mediennetzwerk ernsthafte Besorgnis ausgelöst. Von Anfang an war Šolak ein konsequenter und prinzipientreuer Verfechter des unabhängigen Journalismus auf dem Balkan. In einem Umfeld ständiger und koordinierter Angriffe von Regimen mit autoritären Tendenzen, insbesondere in Serbien, hat Šolak unerschütterliche Unterstützung und Schutz der redaktionellen Unabhängigkeit geboten, selbst unter enormem politischem und wirtschaftlichem Druck“, heißt es in dem Schreiben.
Das Schreiben wurde von den Direktoren der regionalen Zentren von N1 Television und Nova sowie von den Chefredakteuren dieser Medien sowie von Danas, Radar und Vijesti, die im Rahmen der United Group tätig sind, unterzeichnet.
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