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Im Haushalt der Stadt Sarajevo für das Jahr 2015 ist unter anderem festgehalten, dass durch die „Vermietung von Räumlichkeiten der Vijećnica und den Verkauf von Eintrittskarten“ Einnahmen in Höhe von 215.000 KM erzielt werden sollen.
Wer der Stadtverwaltung unter der Leitung von Bürgermeister Ivo Komšić erlaubt hat, staatliches Eigentum zu vermieten und Eintrittsgelder zu verlangen – das sind Fragen, auf die nicht einmal die Stadträte eine Antwort erhalten konnten, schreibt die bosnische Nachrichtenagentur Patria.
Zur Erinnerung: Bereits vor der Eröffnung der restaurierten Vijećnica gab es eine heftige Debatte darüber, wem dieses Gebäude gehört und ob die Stadtverwaltung bzw. der Stadtrat oder die National- und Universitätsbibliothek von Bosnien und Herzegowina das Nutzungsrecht haben. Diese Frage ist nach wie vor offen.
Dies hat Komšić jedoch offenbar nicht davon abgehalten, ohne jede rechtliche Grundlage ein Geschäft mit der Vermietung der Vijećnica zu beginnen, die zu einem „Niemandsland“ geworden ist.
Ebenso unklar ist, wie Eintrittskarten verkauft werden können und wer den Preis festgelegt hat. Denn jemand musste diese Karten drucken, und um sie drucken zu können, hätte eine öffentliche Ausschreibung/ein Tender durchgeführt werden müssen, auf den sich gesetzlich mindestens drei Bieter bewerben müssen.
Und noch eine Unbekannte, auf die niemand – vom Bürgermeister abwärts – eine Antwort geben will: Wer hat auf welcher Grundlage einen Vertrag mit der Sicherheitsfirma geschlossen, die die Vijećnica bewacht?
So wie es aussieht, wird sich bald die berühmte Szene aus den „Nadrealisti“ (Surrealisten) in der Realität abspielen, in der ein Sarajevoer einem ausländischen Touristen die Vijećnica als sein eigenes Haus verkauft.
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