UN, OSZE, Europarat und EU in BiH besorgt über Kriminalisierung von Verleumdung: Ein Rückschritt beim Schutz der Menschenrechte

Patria
AutorPatria
22:49
Podijeli:
UN, OSZE, Europarat und EU in BiH besorgt über Kriminalisierung von Verleumdung: Ein Rückschritt beim Schutz der Menschenrechte

(Patria) - Die Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina, die OSZE-Mission in Bosnien und Herzegowina, das Büro des Europarates in Sarajevo und die Europäische Union in Bosnien und Herzegowina sind äußerst besorgt über die Tatsache, dass die Nationalversammlung der Republika Srpska heute die Verleumdung erneut kriminalisiert hat.

„Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht und ein grundlegender europäischer Wert. Dieser Schritt widerspricht den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen von BiH und steht weder im Einklang mit dem europäischen Weg Bosnien und Herzegowinas noch mit den 14 Kernprioritäten aus der Stellungnahme der Europäischen Kommission, insbesondere mit den Kernprioritäten 11 zur Schaffung eines günstigen Umfelds für die Zivilgesellschaft und 12 zur Meinungsfreiheit.

Wo Strafgesetze gegen Verleumdung existieren, besteht die Gefahr, dass sie gegen Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und andere Akteure der Zivilgesellschaft missbraucht werden, um ihre legitime Rolle bei der Untersuchung und Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse auszuüben, was für das Funktionieren jeder demokratischen Gesellschaft von grundlegender Bedeutung ist. Die Änderungen und Ergänzungen stellen einen unerwünschten und unbestreitbar großen Rückschritt beim Schutz der Grundrechte dar und beeinträchtigen das wirksame Funktionieren der Demokratie in der Republika Srpska.

Wir erinnern auch an die Empfehlungen, die von den Gremien der Vereinten Nationen, der OSZE und des Europarates sowie von Menschenrechtsmechanismen gegeben wurden, die die Behörden der Republika Srpska aufgefordert haben, die Verleumdung nicht erneut zu kriminalisieren, sondern stattdessen Verleumdungsangelegenheiten durch verbesserte Medienregulierung und Schutz im Rahmen des Zivilrechts zu regeln.

Wir erinnern auch an ähnliche Appelle von zivilgesellschaftlichen Organisationen, einschließlich Journalistenverbänden.

Wir werden weiterhin volle Unterstützung für jede konstruktive und inhaltliche Diskussion oder jeden Prozess leisten, wie die Gesetzgebung in ganz Bosnien und Herzegowina besser mit den internationalen Menschenrechtsstandards in Einklang gebracht werden kann, zu denen das Land rechtlich verpflichtet ist.

Wir werden auch weiterhin die wichtige Arbeit verantwortungsbewusster und unabhängiger Medienakteure und Organisationen in der Republika Srpska und darüber hinaus aktiv unterstützen“, hieß es in der Mitteilung.

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