Staatsanwaltskammer FBiH: Öffentlicher Druck kann den Verlauf von Strafverfahren nicht bestimmen und trägt nicht zur Rechtsstaatlichkeit bei

Patria
AutorPatria
14:59
Podijeli:
Staatsanwaltskammer FBiH: Öffentlicher Druck kann den Verlauf von Strafverfahren nicht bestimmen und trägt nicht zur Rechtsstaatlichkeit bei

(Patria) - Anlässlich der häufigen öffentlichen Äußerungen, Medienberichte und Kommentare in der Öffentlichkeit, in denen Staatsanwälte im Zusammenhang mit mehreren aktuellen Ereignissen und Unfällen im Gebiet der FBiH negativ ins Visier genommen werden, bei denen die strafrechtliche Verantwortung ermittelt wird, einschließlich des jüngsten Straßenbahnunfalls in Sarajevo, hält die Staatsanwaltskammer der Föderation Bosnien und Herzegowina es für notwendig, klar und unmissverständlich zu reagieren.

„In letzter Zeit erleben wir Narrative, die im Voraus strafrechtliche Verantwortung suggerieren, die Rechtmäßigkeit von Beweisen und Verfahrenshandlungen bestreiten und die berufliche Integrität von Staatsanwälten in Frage stellen. Solche öffentlichen Äußerungen, unabhängig davon, ob sie aus dem politischen Raum oder von Interessengruppen stammen, die den Raum in den Medien nutzen, stellen einen starken Druck auf die Träger von Justizfunktionen dar und sind ein Versuch, ihre Arbeit zu delegitimieren.

Die Staatsanwaltschaft ist unabhängig, unparteiisch und ausschließlich auf der Grundlage der Verfassung und der Gesetze tätig. Die Ermittlung der strafrechtlichen Verantwortung in Fällen von Unfällen mit schwerwiegenden Folgen und anderen Ereignissen von öffentlichem Interesse kann und darf nicht das Ergebnis von öffentlichem Druck oder medialen Erwartungen sein, sondern ausschließlich von rechtmäßig beschaffenen und gerichtlich verwertbaren Beweisen.

Das Strafverfahren ist ein komplexer, komplizierter und wichtiger Prozess, der die Sammlung, Analyse und Begutachtung von Beweismitteln, die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen und die strikte Einhaltung von Verfahrensgarantien, einschließlich der Unschuldsvermutung, umfasst. Jedes andere Vorgehen wäre ein Gesetzesverstoß und eine Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit“, heißt es in der Mitteilung.

Weiter heißt es, dass die Staatsanwaltskammer der Föderation Bosnien und Herzegowina sich weiterhin nachdrücklich für eine gesetzeskonforme, objektive und unparteiische Arbeit in jedem Fall einsetzt.

„Jeder, der der Meinung ist, dass ein einzelner Staatsanwalt gegen das Gesetz oder berufliche Standards verstoßen hat, hat die gesetzlich vorgesehenen Mechanismen zur Kontaktaufnahme mit den zuständigen Institutionen zur Verfügung.

Wir rufen die Medien und öffentlichen Akteure auf, durch verantwortungsvolle Berichterstattung und öffentliches Handeln zur Wahrung der Integrität von Strafverfahren beizutragen, anstatt eine Atmosphäre des Drucks zu schaffen, die weder dem Recht noch dem öffentlichen Interesse dient.

Staatsanwaltschaftliche Entscheidungen werden nicht getroffen, um öffentlichem Druck nachzugeben, sondern um einer gerichtlichen Überprüfung standzuhalten und dienen der Rechtsstaatlichkeit. Abschließend betonen wir, dass die Unabhängigkeit der Justiz keine Privileg der Amtsinhaber ist, sondern eine Garantie der Rechte aller Bürger“, schließen sie.

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