
(Patria) - Am 06.02.2024 jährt sich der Mord an Denis Mrnjavac zum sechzehnten Mal.
Der Jugendverein "Denis Mrnjavac" erinnert daran, dass der 6. Februar im Kanton Sarajevo zum Tag des Kampfes gegen Peer-Gewalt erklärt wurde, in Erinnerung an den tragisch verstorbenen Jungen Denis Mrnjavac, der zum Synonym für Peer-Gewalt gegen unschuldige Kinder unserer Stadt geworden ist.
Aus diesem Anlass wird an der Straßenbahnhaltestelle „Technische Schule“ in Richtung Ilidža (gegenüber der Amerikanischen Botschaft) um 11 Uhr eine Versammlung stattfinden und Blumen vor dem Foto von Denis Mrnjavac niedergelegt werden.
Denis Mrnjavac war ein Junge, ein 16-jähriger Oberschüler, der auf dem Heimweg von der Schule in einer überfüllten Straßenbahn verprügelt und mit einem Messer erstochen wurde, wobei er schwere Körperverletzungen erlitt, an denen er am 06.02.2008 verstarb.
Auch nach sechzehn Jahren wird nichts unternommen, um der Gewalt Einhalt zu gebieten, die auf den Straßen unserer Stadt und unseres Landes zum Alltag geworden ist. Gewalt kennt keine Nation, keinen Glauben und keine Religion. Gewalt kennt kein Alter, keine Jahre, kein Geschlecht, keinen Zweck und kein Ziel! Gewalt widersetzt sich Verständnis und gesundem Menschenverstand, wird nicht durch Repression bekämpft, und es scheint, dass die Gesellschaft, insbesondere die Behörden, völlig vergessen, dass die Verantwortung für Gewalt genau bei ihnen liegt.
Leider scheint die Gewalt kein Ende zu nehmen... Jeden Tag werden in allen Teilen unserer Stadt und unseres Landes das Leben unschuldiger junger Menschen bedroht und ausgelöscht als Ergebnis einer „neuen-alten“ Gewalt.
Auch nach sechzehn Jahren des Einreichens von Initiativen und mündlichen Versprechungen der Behörden ist es uns nicht gelungen, die Idee zu verwirklichen, ein Denkmal zu errichten, einen Ort, an dem wir unserem Denis sowie allen Opfern der Nachkriegsgewalt gegen Kinder und Jugendliche huldigen könnten. Dieses Denkmal wäre eine ständige Mahnung, dass auf Gewalt reagiert werden muss, dass alle verlorenen jungen Leben auf den Straßen unserer Stadt nicht und niemals vergessen werden!
Leider reagieren wir auf Gewalt erst, wenn sie geschieht, wenn sie ihr hässliches Gesicht zeigt und wir von einem weiteren neuen Opfer hören. Dann machen wir uns wieder Sorgen, reden über Prävention, über Reaktion, über buchstäbliche und akademische Floskeln, und alles wird sehr schnell vergessen, bis uns eine neue Gewalttat aus unserem Alltag reißt und uns zeigt, dass nichts von dem, was wir gesagt haben, einen Sinn hat, wenn nicht endlich und entschlossen etwas unternommen wird.
Der Kampf gegen Gewalt ist eine Pflicht des Staates, der Gesellschaft, der Behörden, der Familie, der Schulen, und das ist zugleich die größte Pflicht eines jeden Einzelnen!
Niemand ist verschont, niemand ist sicher und niemand ist immun gegen Gewalt! Es ist nur eine Frage der Zeit, der Gelegenheit und der Umstände.
Die Gewalttäter sind unter uns – sie warten!
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