
(Patria) - Der Chefankläger des Residualmechanismus für die internationalen Strafgerichte, Serge Brammertz, traf sich heute in Sarajevo mit Vertretern von Opferverbänden von Kriegsverbrechen. Hauptthema des Treffens war die Frage der Übergangsjustiz und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
An dem Treffen nahmen Vertreter des Verbandes der Mütter der Enklaven Srebrenica und Žepa sowie des Verbandes der Opfer und Zeugen des Völkermords teil.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage der Archive und Dokumentation des Haager Tribunals sowie auf die Bewahrung seines rechtlichen und historischen Erbes gelegt, das für den Prozess der Auseinandersetzung mit der Kriegsvergangenheit von entscheidender Bedeutung ist.
Nach dem Treffen sprach Brammertz vor den Medien und sagte, dass das Mandat des Mechanismus bald auslaufe.
"Wie Sie wissen, läuft das Mandat des Mechanismus im Juni aus, und ich werde an einer Sitzung des Sicherheitsrates teilnehmen, bei der wir über die Fortsetzung der Arbeit des Mechanismus sprechen werden. Es besteht die Notwendigkeit, dass der Mechanismus die Staatsanwaltschaften in der Region bei ihrer Arbeit unterstützt", sagte Brammertz.
Munira Subašić, Vorsitzende des Verbandes der Mütter von Srebrenica und Žepa, sagte nach dem Treffen, dass sie noch nie mit einem Treffen mit Brammertz zufriedener gewesen sei.
"Ich danke ihm, dass er sich für die Opfer des Völkermords einsetzt. Er wird bald wiederkommen. Wir haben drei Dinge vorgestellt. Erstens haben wir das Archiv hervorgehoben. Was wird aus dem Gebäude, das geschützt werden muss!?
Munira Subašić
Zweitens ist die Freilassung eines für Völkermord zu lebenslanger Haft Verurteilten inakzeptabel. Er muss im Gefängnis bleiben. Wenn er stirbt, werden seine Kinder ein Grab haben, zu dem sie gehen können. Was ist mit den Müttern, die immer noch nach den Knochen ihrer Kinder suchen!? Drittens sind wir mit der Staatsanwaltschaft nicht zufrieden. Der letzte Staatsanwalt ist ein großer Manipulator und die Staatsanwaltschaft ist zu einer Politik geworden", sagte Subašić.
Ein weiteres wichtiges Thema des Treffens ist die Leugnung von Völkermord und anderen Kriegsverbrechen, wobei die Bedeutung der Fortsetzung des Kampfes gegen Revisionismus und der Bewahrung der festgestellten gerichtlichen Fakten durch die Arbeit des Internationalen Residualmechanismus für die internationalen Strafgerichte hervorgehoben wurde.
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