
(Patria) - Das kroatische Innenministerium hat Details zu einer großen internationalen Aktion veröffentlicht, die zur Verhaftung von 37 Personen führte. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit Europol in sieben Ländern durchgeführt und eine kriminelle Zelle auf dem Westbalkan zerschlagen. Der Hauptverdächtige ist Dino Muzaferović, genannt Cezar, der eine Gefängnisstrafe verbüßt.
Eine internationale Operation von Strafverfolgungsbehörden unter der Koordination von Europol führte zur Festnahme von 37 Mitgliedern einer äußerst gewalttätigen kriminellen Zelle vom Westbalkan. Unter der Führung eines bosnischen Staatsbürgers war diese mächtige kriminelle Zelle hauptsächlich am massiven Drogen- und Waffenhandel in ganz Europa beteiligt.
Am Mittwoch, dem 24. Mai, wurden in Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, den Niederlanden, Italien, Belgien und Deutschland mehrere gleichzeitige Aktionen gegen Mitglieder dieser Bande durchgeführt. Diese wurden von einem Kommandozentrum in Zagreb, Kroatien, mit Unterstützung von vor Ort eingesetzten Europol-Beamten koordiniert. Insgesamt wurden 37 Verdächtige festgenommen, darunter der Anführer der Gruppe – ein Staatsbürger von Bosnien und Herzegowina, den Europol als „hochrangiges Ziel“ betrachtet und der derzeit eine 4-jährige Haftstrafe in Italien verbüßt.
Die Ermittler konnten feststellen, dass die betreffende Person die kriminellen Aktivitäten ihrer Bande aus ihrer Gefängniszelle heraus fortsetzte. Es wird angenommen, dass er von dort aus regelmäßig Befehle und Anweisungen an seine Untergebenen bezüglich des Drogen- und Waffenhandels gab.
Zu den während der Aktionstage durchsuchten Objekten gehören eine Gefängniszelle in Belgien, eine Garage in den Niederlanden, die zur Lagerung von Kokain genutzt wurde, sowie mehrere Objekte in Kroatien, Deutschland, Slowenien und Bosnien und Herzegowina, in denen Drogen, Schusswaffen und Sprengstoffe gelagert wurden.
Ergebnisse der kriminologischen Untersuchung: 37 Festnahmen, 135.000 Euro Bargeld, 4 Pistolen und 2.000 Schuss Munition, 15 Kilogramm Kokain, 8 Kilogramm Heroin, mehrere gefälschte Pässe/Personalausweise
Beteiligte Behörden: Österreich: Bundeskriminalamt, Belgien: Föderale Justizpolizei Antwerpen, Bosnien und Herzegowina: Direktion der Bundespolizei – Abteilung zur Bekämpfung des Suchtmittelmissbrauchs Sarajevo, Kroatien: Generaldirektion der Polizei (Abteilung für Drogenkriminalität) und Polizeidirektion Zagreb, Amt zur Korruptions- und Organisierten Kriminalitätsbekämpfung, Deutschland: ZKA – Zollkriminalamt München, Niederlande: Polizei Rotterdam, Slowenien – Generaldirektion der Polizei (Abteilung für Drogen und Polizeidirektion Ljubljana), DEA-Büro Zagreb, Europol – Drogeneinheit.
Operative Arbeitsgruppe „Balkan-Kartell“
Diese internationale Aktion folgte auf eine komplexe Untersuchung unter der Leitung der kroatischen Polizeidirektion im Rahmen der operativen Arbeitsgruppe „Balkan-Kartell“. Eine von Europol durchgeführte Ermittlungsmaßnahme nach der kürzlichen Entfernung von drei verschlüsselten Kommunikationswerkzeugen, die von Kriminellen genutzt wurden – Encrochat, Sky ECC und Anom – deckte die Verbreitung von Balkan-Kriminellen im globalen kriminellen Umfeld auf.
Um dieser Bedrohung zu begegnen, hat Europol die operative Arbeitsgruppe „Balkan-Kartell“ eingerichtet, die Ermittler aus ganz Europa und der Welt zusammenbringt, um der Bedrohung aus dieser Region wirksam zu begegnen. Neben der Zerschlagung dieses Netzwerks führten die im Rahmen dieser Arbeitsgruppe durchgeführten Aktivitäten kürzlich zur Zerschlagung der größten Drogenhandelsorganisation auf dem Balkan in Serbien. Mit der Fortsetzung der Arbeit der Arbeitsgruppe werden weitere Ergebnisse erwartet.
Details zu den Ergebnissen der kroatischen Polizei:
Polizeibeamte zur Bekämpfung der Drogenkriminalität der Generaldirektion der Polizei und der Polizeidirektion Zagreb sowie der Direktion der Kriminalpolizei führten in Abstimmung mit dem Amt zur Korruptions- und Organisierten Kriminalitätsbekämpfung eine kriminologische Untersuchung gegen 22 Personen im Alter von 23 bis 58 Jahren (Staatsbürger Kroatiens, Bosnien und Herzegowinas, Sloweniens und Serbiens) wegen des Verdachts der Beteiligung an kriminellen Vereinigungen, unerlaubter Herstellung und des Handels mit Drogen im Rahmen krimineller Vereinigungen sowie unerlaubten Besitzes, Herstellung und Erwerbs von Waffen und Sprengstoffen als Teil krimineller Vereinigungen durch.
Die kriminologische Untersuchung ist internationaler Natur und wurde in Zusammenarbeit mit den Polizeien Sloweniens, Bosnien und Herzegowinas, der Niederlande, Belgiens sowie mit den Zollbehörden Deutschlands durchgeführt.
Es besteht der Verdacht, dass der 37-jährige bosnische Staatsbürger spätestens Anfang 2022 bis Ende Mai 2023 eine kriminelle Vereinigung organisiert und die anderen Verdächtigen und derzeit unbekannten Personen für den kontinuierlichen Erwerb, Schmuggel, unerlaubten Verkauf und das unerlaubte Anbieten von Kokain, Heroin, Cannabis und Cannabisharz zum Verkauf sowie den kontinuierlichen unerlaubten Erwerb, Besitz und Verkauf von Schusswaffen, Munition und Sprengstoffen verbunden hat, alles mit dem Ziel, rechtswidrige Vermögensvorteile zu erzielen.
Es besteht auch der Verdacht, dass der 37-Jährige den Erwerb von Kokain und Streckmitteln, sogenanntem „Füllstoff“, in den Niederlanden und Belgien, den Erwerb von Cannabis und Cannabisharz in Montenegro sowie den Erwerb von Heroin in der Türkei organisiert und finanziert hat. Es besteht der Verdacht, dass er den Transport von Drogen nach Slowenien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina organisiert hat, wo die Drogen für den weiteren unerlaubten Verkauf an andere Wiederverkäufer in Deutschland, der Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina vorbereitet wurden. Er organisierte und finanzierte auch den Erwerb und die Lagerung von Schusswaffen, Munition und Sprengstoffen in Bosnien und Herzegowina, den Transport von Schusswaffen nach Kroatien und deren unerlaubten Verkauf. Weiterhin besteht der Verdacht, dass er den Kauf von Autos und die Herstellung von geheimen Verstecken, sogenannten „Štekove“, in Autos, in denen Drogen und Schusswaffen geschmuggelt wurden, finanziert hat, sowie den Transport von Geld für den Kauf von Drogen, die Finanzierung des Erwerbs von sogenannten „verschlüsselten“ Handys, die von den Mitgliedern der kriminellen Vereinigung zur Kommunikation genutzt wurden. Neben Drogen und Waffen finanzierte er auch die Anmietung von Wohnungen und Garagen, in denen sich Mitglieder der kriminellen Vereinigung aufhielten und in denen Drogen und Waffen versteckt wurden, finanzierte alle anderen Kosten, die durch die Tätigkeit der kriminellen Vereinigung entstanden, und traf alle wichtigen Entscheidungen über die Art des Schmuggels, die Struktur und die Funktionsweise der kriminellen Vereinigung selbst.
Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass die geschmuggelten Drogen aus den Niederlanden, Belgien, Montenegro und der Türkei mithilfe von sogenannten „Kurieren – Schmugglern“ und nach vorherigen Anweisungen des 37-Jährigen nach Kroatien, in angemietete Garagen und Wohnungen in Zagreb, nach Slowenien, in angemietete Garagen und Wohnungen an Adressen in Ljubljana, sowie nach Bosnien und Herzegowina transportiert wurden. Dort wurden die Drogen versteckt und für den weiteren unerlaubten Verkauf vorbereitet, d.h. sie wurden mit Füllstoffen gemischt, gewogen und verpackt. Nach weiteren Anweisungen des 37-Jährigen wurden die Drogen an Kunden in Deutschland, der Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina geliefert.
Was Schusswaffen, Munition und Sprengstoffe betrifft, so wurden diese nach Anweisungen des 37-Jährigen in Bosnien und Herzegowina erworben, gelagert und versteckt. Ein Teil der Schusswaffen wurde auch in Kroatien und Deutschland aufbewahrt.
Der 37-jährige Verdächtige hat vor seiner Festnahme in Deutschland und während seiner Haft in Deutschland und Italien einen Teil der Verdächtigen (34, 33, 39, 32, 35) als Vertrauenspersonen engagiert, die für die weitere Übermittlung von Informationen und die Erteilung von Anweisungen zur Tätigkeit der kriminellen Vereinigung bezüglich des Erwerbs, Besitzes und Verkaufs von Drogen und Waffen sowie für die Ausführung konkreter Aufgaben und die Zuweisung anderer Verdächtiger zu bestimmten Aufgaben zuständig waren, sowie für die Betreuung von Wohnungen und Garagen und für den Erwerb und die Nutzung von Fahrzeugen für die Zwecke der Vereinigung, und auch für die Bezahlung anderer Mitglieder der Vereinigung, Lieferanten und Kuriere, sowie für die Einziehung von Geldern aus dem Verkauf von Drogen und Waffen.
Jedes Mitglied der kriminellen Vereinigung hatte bestimmte Aufgaben, wie z.B. den Erwerb und Kauf von Drogen, den Transport von Drogen, Geld und Mitgliedern der kriminellen Vereinigung, die Einziehung von Geldern aus dem Drogenverkauf und die Vorbereitung von Geld für zukünftige Drogenlieferungen, die Suche und Anmietung von Wohnungen und Garagen, in denen Waffen versteckt und Drogen gewogen, umgepackt und mit Füllstoffen gemischt wurden, den Erwerb von Autos, mit denen Drogen geschmuggelt wurden, sowie den weiteren unerlaubten Verkauf von Drogen an andere Wiederverkäufer und die Erledigung anderer logistischer Aufgaben, die für das Funktionieren der kriminellen Vereinigung unerlässlich sind. Einige von ihnen waren für Übersetzungsarbeiten in Fremdsprachen bei Vereinbarungen bezüglich der Begehung von Straftaten zuständig. Für den Transport von Drogen per LKW war auch ein Verdächtiger zuständig, dessen Unternehmen einen LKW und Anhänger besitzt, und der legale LKW-Touren fand und organisierte, bei denen neben legaler Ware auch Drogen transportiert wurden.
Auf die beschriebene Weise verfügte die kriminelle Vereinigung durch Erwerb, Lagerung und Verkauf über mindestens 23 kg Kokain, mindestens 86 kg Heroin, mindestens 120 kg Cannabis und mindestens 100 kg Cannabisharz – im Gesamtwert von mindestens 3.456.000,00 Euro – sowie über mindestens 11 Pistolen, ein Sturmgewehr, 6.000 Pistolenkugeln und 20 kg Sprengstoff.
Nach Abschluss der kriminologischen Untersuchung übergaben die Polizeibeamten acht Verdächtige dem Haftrichter, während sie gegen 22 Personen Strafanzeige beim Amt zur Korruptions- und Organisierten Kriminalitätsbekämpfung einreichten.
In Bosnien und Herzegowina wurden 13 Standorte und sieben Personen durchsucht.
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