
SARAJEVO, (Patria) - Im Raum Zagreb wurde im Frühjahr eine Lieferung von rund 200 Kilogramm Kokain gestohlen, die einem der Balkan-Drogenclans gehörte, der besonders für brutale Liquidierungen bekannt ist, schreibt heute die Zagreber Tageszeitung Jutarnji list.
Das Kokain habe sich, so heißt es, in einem Lagerhaus im weiteren Umland der kroatischen Hauptstadt befunden. Die Droge war im geheimen Transit, das heißt, sie war aus dem Osten versteckt nach Kroatien gelangt und für den Markt der westeuropäischen Länder bestimmt.
Der Diebstahl des Kokains von hohem Wert, wie Jutarnji inoffiziell erfährt, habe eine sehr schnelle und aggressive Reaktion des Drogenclans zur Folge gehabt, der seine Leute nach Kroatien schickte, um festzustellen, wer ihm die Droge gestohlen hatte, um zu versuchen, sie zurückzuholen und die Schuldigen zu "bestrafen".
Diese "Ermittlung" des Drogenkartells habe angeblich bereits zu mehreren Straftaten auf dem Gebiet Kroatiens geführt. Angeblich wurden eine Entführung und die Verprügelung einer Person begangen, die sie für den Verschwinden der Droge verantwortlich hielten, sowie der versuchte Entführung eines Mitarbeiters dieser Person und der gewaltsame Versuch, einen Teil der gestohlenen Droge zurückzuholen.
Die Zeitung schreibt, dass es trotz Versuchen nicht gelungen sei, von der Polizei zu erfahren, ob ihr diese Information über den Diebstahl des Rauschgifts bekannt sei.
Allerdings, so schreibt Jutarnji, scheine es aufgrund einer Reihe von Aktionen, die einzelne Eliteabteilungen der Kriminalpolizei in den letzten sechs Monaten durchgeführt hätten, dass die Polizei durchaus darüber informiert sei, was geschehe.
Nämlich, bei einer der Polizeiaktionen, die sich in den vergangenen sechs Monaten in ganz Kroatien gegen internationale Kokainhändler gehäuft hätten, sei unter anderem eine Person aufgespürt worden, von der der Drogenclan vermute, dass sie ihm die Droge gestohlen habe.
Was noch wichtiger sei, so wird angeführt, dieser Kokaindiebstahl gebe einen möglichen neuen Kontext für eine ganze Reihe von Verhaftungen von "gefährlichen Burschen" aus dem Balkan-Untergrund, die in den letzten sechs Monaten begonnen hätten, sich unter falschen Identitäten nach Kroatien zu "ergießen", und die dann von der Polizei in scheinbar unzusammenhängenden Aktionen wegen Drogen und Waffen festgenommen worden seien.
Die Zeitung schreibt, es bestehe der Verdacht, dass einige dieser Personen vom Drogenclan "im Auftrag" nach Kroatien geschickt worden seien, genau um sich für das Verschwinden der Droge zu rächen oder aber um zu versuchen, sie zu finden und dem Besitzer zurückzugeben.
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