Heute in Sarajevo: Wissenschaftliche Konferenz zur Deklaration der „gesamt-serbischen Versammlung“ und den Herausforderungen, die sie für die Souveränität Bosnien-Herzegowinas darstellt

Patria
AutorPatria
07:33
Podijeli:
Heute in Sarajevo: Wissenschaftliche Konferenz zur Deklaration der „gesamt-serbischen Versammlung“ und den Herausforderungen, die sie für die Souveränität Bosnien-Herzegowinas darstellt

(Patria) - In den Räumlichkeiten des Rektorats der Universität Sarajevo wird heute um 16:00 Uhr eine wissenschaftliche Konferenz unter dem Titel „Instrumentalisierung und Politisierung nationaler Rechte: Die Deklaration der ‚gesamt-serbischen Versammlung‘ als Kontinuität großstaatlicher Politik“ stattfinden.

Der Veranstalter – das Institut für die Erforschung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Völkerrechts der Universität Sarajevo – möchte mit dieser Konferenz die Herausforderungen erörtern, die die Deklaration der „gesamt-serbischen Versammlung“ für die Souveränität Bosnien-Herzegowinas darstellt, und durch wissenschaftliche Analyse konkrete Empfehlungen für Antworten auf staatliche, regionale und internationale Herausforderungen bieten.

Die Deklaration der „gesamt-serbischen Versammlung“ stellt eine Kontinuität der großserbischen Politik dar, die die Unabhängigkeit und Souveränität Bosnien-Herzegowinas nicht anerkennt. Mit diesem Akt gestaltet Serbien nicht nur die Außenpolitik Bosnien-Herzegowinas über die kleinere bosnisch-herzegowinische Entität, sondern verletzt direkt das Völkerrecht und die Souveränität des Staates Bosnien-Herzegowina. Damit wird das anti-daytonische Handeln fortgesetzt.

Die Institutionalisierung des Konzepts der „serbischen Welt“ zielt auf die Schaffung eines homogenen Raums durch identitäre Vereinheitlichung ab, wobei symbolische, kulturelle und bildungspolitische Elemente sowie die Sektoren Energie und Verkehr eine Schlüsselrolle spielen, wo durch institutionelle und infrastrukturelle Vernetzung versucht wird, den Raum Serbiens und der kleineren bosnisch-herzegowinischen Entität RS weiter zu homogenisieren.



Die Deklaration impliziert die Verwirklichung der „strategischen Ziele“, die in den 1990er Jahren definiert und in gutem Maße verwirklicht wurden, nun durch „friedliche“ Methoden. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass bestimmte Aspekte dieser Ziele bereits in der Umsetzung sind, einschließlich solcher, die der breiten Öffentlichkeit nicht transparent sind.

Eine besondere Herausforderung stellt die Unterstützung russischer Amtsträger bei der Organisation und Förderung der Deklaration dar, wodurch der geopolitische Einfluss Russlands in der Region zusätzlich gestärkt wird, mit Folgen für die Stabilität und Souveränität Bosnien-Herzegowinas.

Was bedeutet diese Entwicklung für Bosnien-Herzegowina? Wie ist die Antwort der staatlichen Institutionen Bosnien-Herzegowinas gegenüber der Republik Serbien? Gibt es eine Strategie, um sich diesen Prozessen entgegenzustellen? Hat Bosnien-Herzegowina überhaupt ein definiertes Verhältnis zu Serbien oder überlassen wir die Initiative der anderen Seite?

Diese Konferenz muss als Beginn einer ernsthaften Debatte und langfristigen Planung zum Schutz der Interessen Bosnien-Herzegowinas auf regionaler und internationaler Bühne dienen.

Nach den Einführungsvorträgen wird auf der Konferenz die Möglichkeit zur Diskussion in drei Panels eröffnet:

- Die Deklaration im historischen, globalen und regionalen Kontext;

- Analyse der rechtlichen Entscheidungen und politischen Implikationen der Deklaration; und

- Diskussion über Kultur, Identität und Symbole – die Rolle der Deklaration bei der Gestaltung der serbischen Politik.

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